DsiN-Sicherheitsindex 2020

Das Gefühl der Unsicherheit wächst

03.07.2020
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Spezialgebiet Business-Software: Business Intelligence, Big Data, CRM, ECM und ERP; Betreuung von News und Titel-Strecken in der Print-Ausgabe der COMPUTERWOCHE.
Zwar scheint sich die allgemeine Sicherheitslage etwas zu entspannen. Das trägt jedoch nicht dazu bei, dass sich die Deutschen im Netz sicherer fühlen, wie eine aktuelle Umfrage zeigt.
Das Gefühl der Unsicherheit im Netz nimmt zu.
Das Gefühl der Unsicherheit im Netz nimmt zu.
Foto: Aleksey Boyko - shutterstock.com

Der "Sicherheitsindex 2020", der Ende Juni vom Bundesjustizministerium, der Initiative Deutschland sicher im Netz e.V. (DsiN) und dem Studienpartner Kantar in Berlin vorgestellt wurde, offenbart ein widersprüchliches Bild. Insgesamt habe sich die digitale Sicherheitslage hierzulande in diesem Jahr leicht verbessert, so die Studie. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der DsiN-Index 2020 leicht um 0,5 Punkte auf 62,8 Zähler an. Damit wuchs der Wert im zweiten Jahr in Folge. Auch die Zahl der Sicherheitsvorfälle ist wie schon im Vorjahr deutlich zurückgegangen, nachdem sie im Zeitraum von 2016 bis 2018 stark angestiegen war.

"Digitale Verunsicherung nimmt zu"

All das hat jedoch nicht dazu beigetragen, dass sich die Deutschen im Netz sicherer fühlen. Im Gegenteil: Trotz der verbesserten Sicherheitslage stieg das Verunsicherungsgefühl um 0,9 Punkte auf 29,6 Zähler an. Der Wert erreichte damit seinen bisherigen Höhepunkt seit Beginn der Erhebung im Jahr 2014. "Es gibt eine digitale Verunsicherung in Deutschland, die weiter zunimmt", kommentierte Thomas Tschersich, DsiN-Vorstand und Chief Security Officer des DsiN-Mitglieds Deutsche Telekom, die aktuellen Zahlen. "Wir brauchen ein Gesamtpaket, das Vertrauen schafft. Es geht um nachhaltige Unterstützerstrukturen – bis in jedes Dorf."

Was ein Chief Information Security Officer (CISO) wissen muss

Dazu kommt, dass die Deutschen zwar grundsätzlich über ein großes digitales Sicherheitswissen verfügen, dieses aber zu selten anwenden. Mit 51,2 Punkten – plus 0,2 im Vergleich zum Vorjahr – verzeichnet die Studie die bislang größte Lücke zwischen gemessenem Wissen und Verhalten. Rita Hagl-Kehl, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundes­justizministerium, kündigte an, die Menschen stärker in die Digitalisierung ihres Alltags einbinden zu wollen. Dafür sollen beispielsweise die Angebote des Digital-Kompasses für Senioren sowie die Initiativen im Schulbereich ausgeweitet werden.