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CeBIT: Viag Interkom verwandelt sich in O2

13.03.2002

HANNOVER (COMPUTERWOCHE) - Die Tage von Viag Interkom sind gezählt. Ab Mai wird das Unternehmen den Namen O2 tragen und damit unter dem einheitlichen Brand sämtlicher Mobilfunktöchter von British Telecom auftreten. Neben Sprachdiensten sollen dann verstärkt Endgeräte und Services für das mobile Internet sowie mobile Büro vermarktet werden.

Viag Interkom steht ein Namenswechsel ins Haus. Der deutsche Mobilfunk-Provider firmiert zusammen mit den anderen Landesgesellschaften der mmO2 plc, dem Mobilfunk-Spinoff von British Telecom, unter dem einheitliche Branding und Logo O2.

"Offiziell wird Viag Interkom am 1. Mai in O2 umbenannt", gab Rudolf Gröger, Vorsitzender der Geschäftsführung, auf der CeBIT bekannt. Alle Tarife, Produkte, Verträge, SIM-Karten und Mobilfunknummern würden jedoch ihre Gültigkeit behalten.

Nachdem sein Unternehmen als erstes den Datendienst General Packet Radio Service (GPRS) sowie Location based Services in Deutschland eingeführt hat, will die O2-Gruppe laut Gröger im Bereich mobile Datendienste weitere Akzente setzen. Der Verbund hat sich deshalb das mobile Internet sowie mobile Büroanwendungen besonders auf die Fahnen geschrieben. Die Entwicklung auf diesen Gebieten sei jedoch nur durch die Arbeitsteilung der Ländergesellschaften möglich. Außerdem würden Unternehmen wie Microsoft nur mit starken internationalen Partnern kooperieren.

Um seinen Worten Taten folgen zu lassen, präsentierte Gröger mit dem "O2 xda" das erste Produkt, das unter dem einheitlichen Brand O2 im Mai auf den Markt kommen wird und exklusiv in Kooperation mit Microsoft entstand. Das Smartphone arbeitet mit dem Betriebssystem Windows Pocket PC 2002 und vereint Telefon sowie Rechner in einem Gerät. Kunden können damit nicht nur telefonieren und Termine verwalten, sondern auch E-Mails versenden und empfangen sowie mobil im Internet surfen. Für Nutzer der PDA-Betriebssystems Palm kündigte Gröger mit dem "Treo" von Handspring ein Pendant zum O2 xda für Mitte des Jahres an.

Mit Pocket PCs dieser Art im Portfolio will das Unternehmen seinen Kunden Endgeräte bietet, die nicht nur Web-Inhalte und Office-Anwendungen attraktiv darstellen, sondern auch das Interesse am Multimedia Messaging Service (MMS), dem designierten Nachfolgedienst von SMS wecken. Damit können Nachrichten aus Text, Bildern, Ton und kurzen Videosequenzen zusammengestellt und mit dem Handy an Mobilrufnummern oder E-Mail-Adressen verschickt werden. O2 Germany wird den neuen Dienst, so Gröger, frühestens Mitte des Jahres einführen.

Im Gegensatz zu MMS sind die speziell auf professionellen Anwender zugeschnittenen Datendienste, die Viag Interkom in Hannover ankündigte, keine Zukunftsmusik mehr. Ebenfalls in Zusammenarbeit mit Microsoft wird O2 ab Mai eine Lösung für den mobilen Einsatz von Firmenanwendungen anbietet, die auf dem "Microsoft Mobile Information Server Enterprise" basiert. Sie erlaubt laut Viag den sichern remoten Zugriff via GPRS auf das Intranet und Exchange-Daten.

Weiteres Novum im Diensteangebot ist "Blackberry", eine mobile E-Mail-Lösung für Unternehmen, die Viag zusammen mit dem Anbieter RIM vermarktet. Sie umfasst ein Endgerät, mit dem Mitarbeiter von extern über GPRS ihre Firmennachrichten abrufen können. Der Service ist laut Viag Interkom sowohl für Microsoft Exchange als auch Lotus Domino verfügbar.

An mittelständische Firmen schließlich richtet sich der dritte neue mobile Datendienst mit der Bezeichnung "GPRS IP-VPN". Er ermöglicht per Notebook, PDA und Handy die remote Einwahl in das Unternehmensnetz, um über VPN-Verbindungen auf Anwendungen zuzugreifen oder E-Mails abzurufen. (pg)