CAPITIX: Startups ohne klaren Fokus

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Passend zur düsteren Jahreszeit blicken auch die kapitalsuchenden jungen IT-Firmen eher pessimistisch in die Zukunft. So ist das Startup-Trendbarometer Capitix der Hamburger Beteiligungsgesellschaft Capital Stage IT/New Media im dritten Quartal auf 508 Punkte gesunken - im Vergleich zur Startmarke von 1000 Punkten vor genau einem Jahr hat sich der Wert damit fast halbiert.

Grund für den anhaltenden Einbruch sind die - parallel zu den großen, etablierten IT-Unternehmen - deutlich gesunkenen Erwartungen der Newcomer in ihren Business-Plänen: Der geplante Durchschnittsumsatz ist gegenüber dem vorangegangenen Dreimonatszeitraum um 43 Prozent zurückgegangen, das prognostizierte mittlere Umsatzwachstum schrumpfte um mehr als ein Drittel. Beim Ergebnis rechnen die kapitalsuchenden Startups nun im Schnitt mit sieben Prozent weniger als im Vorquartal, das entspricht gleichzeitig einem Rückgang um 39 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dies dürfte in vielen Fällen potenzielle Kapitalgeber von einem Investment abschrecken, schätzt Capitix-Initiator Oliver Bube.

Das branchenspezifische Trendbarometer "CAPITIX" (Capital Stage Information Technology Index) wurde erstmals im dritten Quartal 2001 aufgelegt. Die Initiative von Capital Stage IT/New Media, einer Tochter der Hamburger Finanzdienstleistungsgruppe Capital Stage AG, soll nach den Worten von Geschäftsführer Oliver Bube mit dazu beitragen, den angesichts vieler Internet-Pleiten und allgemein schwacher Marktlage derzeit etwas angekratzten Ruf der IT-Industrie wieder aufzupolieren. Grundlage der Indexberechnung sind Beteiligungsanfragen von Unternehmen aus dem IT- und New-Media-Sektor. Dabei werden - selbstverständlich streng anonym - relevante Daten der Newcomer wie Mitarbeiter- und Umsatzplanung, Zeitkorridor bis zum Break-even sowie eigene Investitionen verdichtet und gegen bereits existierende und vergleichbare Beteiligungen im Capital-Stage-Portfolio gespiegelt. Für den Index im dritten Quartal 2002 wertete Capital Stage IT/New Media 72 Bewerbungen aus, allerdings enthielten nur 40 Businesspläne alle erforderlichen Angaben.
Das branchenspezifische Trendbarometer "CAPITIX" (Capital Stage Information Technology Index) wurde erstmals im dritten Quartal 2001 aufgelegt. Die Initiative von Capital Stage IT/New Media, einer Tochter der Hamburger Finanzdienstleistungsgruppe Capital Stage AG, soll nach den Worten von Geschäftsführer Oliver Bube mit dazu beitragen, den angesichts vieler Internet-Pleiten und allgemein schwacher Marktlage derzeit etwas angekratzten Ruf der IT-Industrie wieder aufzupolieren. Grundlage der Indexberechnung sind Beteiligungsanfragen von Unternehmen aus dem IT- und New-Media-Sektor. Dabei werden - selbstverständlich streng anonym - relevante Daten der Newcomer wie Mitarbeiter- und Umsatzplanung, Zeitkorridor bis zum Break-even sowie eigene Investitionen verdichtet und gegen bereits existierende und vergleichbare Beteiligungen im Capital-Stage-Portfolio gespiegelt. Für den Index im dritten Quartal 2002 wertete Capital Stage IT/New Media 72 Bewerbungen aus, allerdings enthielten nur 40 Businesspläne alle erforderlichen Angaben.

Allerdings sind die jungen Unternehmen nach wie vor eifrig bemüht, mit wenig Fremdkapital möglichst schnell den Break-even zu erreichen. Im Schnitt soll nun eine Finanzspritze von lediglich 1,3 Millionen Euro pro Jahr genügen, um in 18 Monaten (Q2: 20 Monate) schwarze Zahlen zu schreiben. Als Beleg für die straffe Kostenplanung liegt das durchschnittliche Mitarbeiterwachstum für die kommenden drei Jahre um zwölf Prozent niedriger als noch im vergangenen Quartal. Im dritten Jahr sollen - laut Planung - somit statt durchschnittlich 39 nur 29 Menschen beschäftigt werden. Der Bereich Teamaufbau hat damit als Investitionsfeld an Bedeutung eingebüßt: Aktuell gab nur jedes fünfte kapitalsuchende Startup an, einen Teil des Fremdkapitals für Mitarbeiter zu verwenden, im zweiten Quartal 2002 waren es mehr als ein Drittel der Newcomer.

Verwendung des Kapitals (Mehrfachnennungen möglich) Quelle: Capital Stage IT/New Media
Verwendung des Kapitals (Mehrfachnennungen möglich) Quelle: Capital Stage IT/New Media

Auch der klare Investitionsfokus auf den Vertrieb ging verloren, berichtet der Geschäftsführer von Capital Stage IT/New Media: Wollten im vorangegangenen Quartal noch 45 Prozent der Antragsteller in den Vertrieb investieren, lag der Anteil nun bei 26 Prozent. Die negativen Auswirkungen auf den Umsatz sind bekannt. Verständlich ist außerdem, dass die Internationalisierung bei den zwischen Juli und September eingereichten Anträgen keine Rolle spielte, während beim Kapitalbedarf die häufige Nennung von Gründungskosten (21 Prozent) auf viele Bewerber in der Early-Stage-Phase hinweist.

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