Cloud Transformation

BT baut globales Netz für die Multicloud neu

17.10.2023
Von 
Jürgen Hill ist Chefreporter Future Technologies bei der COMPUTERWOCHE. Thematisch befasst sich der studierte Diplom-Journalist und Informatiker derzeit mit aktuellen IT-Trendthemen wie KI, Quantencomputing, Digital Twins, IoT, Digitalisierung etc. Zudem verfügt er über einen langjährigen Background im Bereich Communications mit all seinen Facetten (TK, Mobile, LAN, WAN). 
Um Unternehmen bei ihren Cloud-First-Strategien besser zu unterstützten, baut die British Telecom ihr globales Netz komplett neu. Ziel ist es, möglichst schnelle Anbindungen zu den Cloud-Anbietern zu schaffen.
Mit Global Fabric baut die British Telecom ein neues, globales Datennetz auf. Es soll für Cloud-Anwendungen optimiert sein.
Mit Global Fabric baut die British Telecom ein neues, globales Datennetz auf. Es soll für Cloud-Anwendungen optimiert sein.
Foto: ArieStudio - shutterstock.com

Unter dem Namen Global Fabric bauen die Briten ein völlig neues, globales Kommunikationsnetz auf, das die vorhandene Infrastruktur ablösen soll. Damit reagiert BT nach eigenen Angaben auf die geänderten Anforderungen der Unternehmen im Zeitalter der Cloud Transformation.

Optimiert für Multicloud-Anwendungen

Anders als bisherige Datennetze sei das neue Netz komplett für ein Multicloud-Konzept optimiert. Damit reagiere man auf die veränderten IT-Workloads der Unternehmen, die sich heute meist nicht mehr in den eigenen Corporate-Rechenzentren befinden, sondern über verschiedene Hyperscaler wie AWS, Google, Microsoft Azure, SaaS-Anbieter wie Salesforce sowie weitere Anbieter (beispielsweise Colocation-Rechenzentren) verteilt seien.

160 neue PoPs

Parallel zum neuen Netz sollen weltweit 160 neue Netzknoten entstehen.
Parallel zum neuen Netz sollen weltweit 160 neue Netzknoten entstehen.
Foto: Timofeev Vladimir - shutterstock.com

Mit einer großen Zahl dieser Ressourcen soll Global Fabric bereits "pre-connected" sein. Sprich die neuen Netzwerkknoten (PoPs) werden konsequenterweise in Carrier Neutral Facilities (CNFs) aufgebaut. Insgesamt plant BT derzeit weltweit um die 160 neue PoPs. Deutschland gehört dabei laut BT beim Aufbau zu den Ländern mit der höchsten Priorität. So soll der PoP in Frankfurt als einer der ersten in Betrieb genommen werden.

Nachhaltigkeit im Fokus

Mit dem Neubau legen die Briten auch die Messlatte in Sachen Nachhaltigkeit höher. So geht BT geht davon aus, dass Global Fabric nach der vollständigen Einführung 79 Prozent weniger Strom verbrauchen wird als das derzeitige globale Netz.

Konkret in Zahlen ausgedrückt, werde Global Fabric pro Jahr 8.326 MWh an Strom verbrauchen, verglichen zu den 39.890 MWh an den Strom, den die derzeitige Infrastruktur benötigt. Damit sinke der CO2-Ausstoß in der Nutzungsphase auf 2.964 Tonnen im Jahr. Im Vergleich zu den 13.596 Tonnen CO2, die heute jährlich beim Betrieb der internationalen Netzinfrastruktur anfallen, sei dies eine Reduzierung um 78 Prozent.

Network as a Service

Technisch markiert Global Fabric einen Generationswechsel. Es basiert auf einem Network-as-a-Service-Modell.
Technisch markiert Global Fabric einen Generationswechsel. Es basiert auf einem Network-as-a-Service-Modell.
Foto: British Telecom

Technisch stellt Global Fabric einen Generationswechsel dar, denn es basiert auf einem Network-as-a-Service-Modell (NaaS). Wie die Cloud selbst, soll das Netz flexibel, skalierbar und belastbar sein. Als Bezahlmodell ist eine nutzungsabhängige Bezahlung (pay-as-you-use) geplant.

Connectivity per Mausklick

Dank digitaler Automatisierung und einer KI-gestützten digitalen Orchestrierungsschicht, die auf dem Netzwerk-"Underlay" läuft, sollen Unternehmen Konnektivität künftig wie in einem Online-Shop auf Mausklick "einkaufen" können. Und das mit dem Vorteil, dass Global Fabric im Gegensatz zum Internet deterministisch sei.

So offeriere die Cloud-zentrierte Architektur von Global Fabric derzeit die größte direkte Abdeckung von Hyperscaler-Clouds. Konkret werde die Global Fabric mit mehr als 630 digitalen Dienstleistern und über 700 Rechenzentren integriert sein. Dies umfasse die weltweit größten öffentlichen Cloud-Anbieter, private Clouds sowie Netzwerk-, Software-as-a-Service-(SaaS-) und Secure-Access-Service-Edge- (SASE-)Lösungen.