Ab Juli 2020

BMW führt kabelloses Android Auto ein

11.12.2019
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Seine erste Berührung mit Informatik erfolgte an einem C64 samt Floppy VC 1541. Von Anfang an nutzte er diesen faszinierenden Heimcomputer nicht nur zum Daddeln, sondern auch für die Basic-Programmierung. Unter anderem half er seinen damals etwas müden Kopfrechnen-Fähigkeiten auf die Sprünge, indem er ein Programm schrieb, das immer zwei zufällig ausgewählte Zahlen zur Multiplikation stellte. Im Hintergrund lief ein Timer. Nur wenn er das Ergebnis innerhalb des vorgegebenen Zeitraums, der leider manchmal zu knapp bemessen war, richtig eintippte, bekam er einen Punkt gutgeschrieben. Seine Highscore-Ergebnisse waren durchwachsen, seine Programmierkenntnisse dafür umso besser. Der Lehrstuhl, an dem er als studentische Hilfskraft angestellt war, gehörte seinerzeit zu den Vorreitern in Sachen IT. Man übersetzte damals die griechischen Inschriften der antiken Stadt Hierapolis – heute ist dieses türkische Pamukkale bekannt durch seine Kalksinter-Terrassen. Die wissenschaftlich korrekt erfassten und kommentierten Inschriften bearbeiteten Dirscherl und Kollegen zunächst in Wordperfect. Anschließend landeten die Texte in einer Datenbank, die auf CD gepresst und für sündhaft viel Geld weltweit verkauft wurde. Über dieses epigraphische Datenbankprojekt, diverse C-Programmierereien auf Unix-Systemen und seine ersten Experimente mit Linux landete er schließlich professionell bei der IT. Seit den späten 1990-ern nutzt er Linux als Produktivsystem, seit Anfang der 2000-er Jahre ist Linux sein hauptsächliches OS. Nach vielen Jahren mit Suse Linux und Open Suse und zwischendurch Ausflügen zu Red Hat und Debian landete er bei Ubuntu und erledigt damit alle Arbeiten. Linux und C ist er bis heute treu geblieben – nach einem Ausflug zu PHP und MySQL. Mittlerweile bastelt er auch mit Arduino. Bei pcwelt.de betreut er vor allem Business-IT-Themen und hat den Auto & Technik-Bereich von Null beginnend aufgebaut. Seine Tests der Infotainmentsysteme in modernen Fahrzeugen gehören zu den ausführlichsten Tests, die man dazu überhaupt finden kann. Daneben schreibt er zudem fast täglich aktuelle Meldungen aus der IT-Welt.
BMW gibt seine Blockade auf: Ab Juli 2020 soll Android Auto Einzug in BMW-PKWs halten. Von Anfang an wireless.

BMW macht eine längst überfällige Kehrtwende: Nachdem sich der bayerische Automobil-Hersteller jahrelang Android Auto verweigert hat, gaben die Bayern jetzt bekannt, dass Googles Schnittstelle für Android-Smartphones in Autos bald auch in BMW-Fahrzeugen verfügbar ist. Genauso wie bei der Einführung von Apple Carplay ab dem Jahr 2016 integriert BMW auch Android Auto von Anfang an ausschließlich in der kabellosen Variante.

BMW führt kabelloses Android Auto ein
BMW führt kabelloses Android Auto ein
Foto: BMW

Ab Juli 2020 haben BMW-Kunden demnach die Möglichkeit, ihr Android-Smartphone kabellos mit dem Fahrzeug zu verbinden und so nützliche Informationen wie empfohlene Routen oder anstehende Termine während der Fahrt zu nutzen. Wie gehabt können Sie mit Android Auto auch im BMW Funktionen wie Musik, Medien oder Messaging Apps während der Fahrt nutzen. Wir stellen Android Auto hier ausführlich vor.

Android Auto wird direkt in den fahrzeugeigenen volldigitalen Anzeigenverbund integriert. Somit werden für den Kunden alle wichtigen Informationen sowohl auf dem Control Display im HD-Widescreen-Format, als auch in angepasster Form im Info-Display sowie auch im Head-up Display und so in direkter Fahrersicht dargestellt.

Android Auto in einem BMW
Android Auto in einem BMW
Foto: BMW

Der Google Assistant, der digitale Sprachassistent von Google, lässt sich dank der Integration ebenfalls im BMW bedienen. Damit kann man über Sprachkommandos z.B. Apps wie Google Play Musik nutzen. Peter Henrich, Senior Vice President Produktmanagement BMW: „Viele unserer Kunden haben uns signalisiert, dass sie sich Android Auto im BMW wünschen, um neben den BMW eigenen Funktionen und Services, auch viele ihrer gewohnten Android Smartphone-Features sicher und ablenkungsfrei nutzen zu können. Der Service wird unseren Kunden ab Juli 2020 zur Verfügung stehen.“

Erste Live Demos von Android Auto im BMW werden auf der Consumer Electronics Show (CES) 2020 zu sehen sein. Android Auto wird ab Juli 2020 in 20 Ländern für alle Fahrzeuge mit BMW Operating System 7.0 verfügbar. BMW Operating System 7.0 ist die aktuellste Version von BMWs Infotainmentsystem. Falls Sie in Ihrem BMW beispielsweise iDrive 5 oder iDrive 6 nutzen, können Sie Android Auto also nicht nachrüsten lassen.

Kosten: BMW bietet Android Auto ab Juli 2020 mit dem gleichen Bezugsmodell wie Apple Carplay an. Für Carplay hatte BMW erst kürzlich die Bezugsmöglichkeiten geändert: Das bisherige Abo entfällt, Carplay gibt es nun entweder im Rahmen eines Connected-Paketes oder gegen eine Einmalzahlung. Dann muss aber ein hochwertiges Infotainmentsystem mitgekauft werden. Alle Details dazu erfahren Sie in dieser Meldung. Android Auto wird also analog dem Preismodel von Apple CarPlay angeboten. Für Mini gilt das Angebot derzeit noch nicht.

BMW hatte sich anders als die meisten anderen Automobil-Hersteller bislang beharrlich geweigert Android Auto in seine Fahrzeuge zu integrieren. BMW nannte dafür Datenschutzgründe; das Unternehmen wolle keine Kundendaten an Google weitergeben. Angesichts der engen Zusammenarbeit mit Apple bei Carplay und der Integration von Amazon Alexa erschien diese Argumentation schon länger nicht mehr überzeugend. (PC-Welt)