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BlackBerry drängt auf fremde Smartphones

06.08.2007
Von pte pte
Der BlackBerry-Hersteller Research in Motion (RIM) wird seine E-Mail-Services ab Herbst auch auf Windows-Mobile-Geräten anbieten. Das hat der RIM-Vizevorstand Jim Balsillie in einem Interview mit der "Euro am Sonntag" verraten. Über die im April dieses Jahres erstmals angekündigte Applikationssuite "Virtual BlackBerry" sollen die von BlackBerry-Geräten bekannten Funktionen wie Push-E-Mail, Kalender, Adressbuch und Instant Messaging auch auf Geräten mit anderen Betriebssystemen laufen. Die Entwicklung einer derartigen Lösung für die Symbian-Plattform, die vor allem von Nokia und Sony Ericsson eingesetzt wird, bezeichnete Balsillie als nächsten logischen Schritt.

"Vor allem in Nordamerika, aber auch auf dem restlichen Markt stehen die Zeichen für Research in Motion derzeit nicht schlecht", kommentiert Gartner-Analystin Roberta Cozza auf Anfrage von pressetext die derzeitige Situation. Das Unternehmen konnte den eigenen Marktanteil im Segment PDA/Smartphones innerhalb eines Jahres von rund sechs auf acht Prozent (erstes Quartal 2007) steigern. "Im Segment der Smartphones hat RIM sicherlich von der Einführung des Pearls profitiert", meint Cozza weiter. Für den Erfolg in diesem Untersegment sei aber die Einführung weiterer ähnlicher Geräte notwendig, so die Analystin.

Ob die Software-Suite sich gegen die bereits vorinstallierten Services auf Windows-Mobile-Geräten durchsetzen kann, wagt Cozza zu bezweifeln. Tatsache ist, dass der Marktanteil der Windows-Mobile- und Symbian-Geräte zu groß ist, als dass der kanadische Hersteller einfach zur Tagesordnung übergehen könnte. Denn im PDA-Segment liegt Windows Mobile mit 62 Prozent aller Geräte weit vor RIM, das immerhin noch auf 18 Prozent kommt. Bei den Smartphones sind die Vorzeichen ähnlich. Hier sieht sich der BlackBerry-Hersteller mit 5,7 Prozent Marktanteil der Dominanz der Symbian-Plattform mit aktuell 71 Prozent gegenüber.

RIM zufolge sollen die mit "Virtual BlackBerry" ausgestatteten Geräte ein Interface aufweisen, das die Umgebung eines BlackBerry-Gerätes simuliert. Die Applikation unterstützt neben der bekannten Push-E-Mail-Zustellung auch verschiedene Eingabemethoden, die vom Windows-Mobile-basierten Gerät angeboten werden. So werden auch Touchscreen-Eingabe, Fünf-Weg-Navigation und Stylus-Bearbeitung unterstützt. Durch die Software-Suite sollen zudem für Blackberry-Geräte entwickelte Applikationen von Drittherstellern ebenfalls ihren Weg auf Windows-Mobile-Geräte finden. Wann die Symbian-Lösung auf den Markt kommen wird, steht noch nicht fest. (pte)