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Asia Netcom übernimmt Netzinfrastruktur von Asia Global Crossing

11.03.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Asia Netcom, ein neu gegründetes TK-Konsortium unter Führung von China Netcom, hat den Zuschlag für den finanziell stark angeschlagenen Carrier Asia Global Crossing erhalten. Im Rahmen der Vereinbarung übernimmt Asia Netcom die komplette Netzinfrastruktur der Global-Crossing-Tochter außer Pacific Crossing. Der Gesamtwert des Deals ist nicht bekannt. Informanten erklärten jedoch, dass der Käufer im Gegenzug einen Teil der finanziellen Verpflichtungen von Asia Global Crossing gegenüber Zulieferern und Kunden übernehmen werde. Außerdem soll Asia Netcom zwischen 50 und 100 Millionen Dollar in bar erhalten. Damit verbleiben den Gläubigern der US-Mutter knapp 90 Millionen Dollar aus den liquiden Mitteln von Asia Global Crossing.

Wie bereits im November bekannt wurde, wollen China Netcom und dessen Partner insgesamt 270 Millionen Dollar in die Netzinfrastruktur des Carriers investieren. Die Absichtserklärung unterzeichneten damals neben dem chinesischen TK-Konzern die Investment-Firma Newbridge Capital und der Softbank Asia Infrastructure Fund (SAIF) (Computerwoche online berichtete).

Anders als bei der US-Mutter stieß die Übernahme der Tochter durch Asia Netcom bislang noch nicht auf Bedenken der Regulierer. Bei Global Crossing überprüfen zurzeit FBI, CIA und das US-Verteidigungsministerium, ob die nationale Sicherheit durch die Übernahme des Carriers durch Investoren aus Hong Kong und Singapur gefährdet werde. So haben die Behörden Bedenken, geheime Regierungsdaten über das Glasfasernetz eines Unternehmens zu übermitteln, das von China aus kontrolliert wird (Computerwoche online berichtete).

Asia Global Crossing war im Dezember 2001 in finanzielle Schwierigkeiten geraten, nachdem der Mutterkonzern, der 59 Prozent an dem Carrier hält, eine Kreditlinie in Höhe von 400 Millionen Dollar gekündigt hatte. (mb)