Verzögerungen und geringere Einsparungen

ARD hat Probleme mit SAP-Projekt

22.08.2022
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Spezialgebiet Business-Software: Business Intelligence, Big Data, CRM, ECM und ERP; Betreuung von News und Titel-Strecken in der Print-Ausgabe der COMPUTERWOCHE.
Ein SAP-Harmonisierungsprojekt der ARD verzögert sich. Auch die damit geplanten Einsparungen werden wohl deutlich geringer ausfallen als ursprünglich vorgesehen.
Die ARD muss mit ihren Mitteln aus den Rundfunkbeiträgen sparsam und effizient umgehen. Doch das gelingt nicht immer.
Die ARD muss mit ihren Mitteln aus den Rundfunkbeiträgen sparsam und effizient umgehen. Doch das gelingt nicht immer.
Foto: nitpicker - shutterstock.com

Die ARD kommt mit ihrem groß angelegten SAP-Projekt offenbar nicht so voran wie geplant. Das Vorhaben verzögert sich und die ursprünglich geplanten Einsparungen dürften wohl deutlich geringer ausfallen. Statt der avisierten 73 Millionen Euro seien wohl nur 35 Millionen Euro zu erwarten - das ist weniger als die Hälfte. Das berichtete die "Welt am Sonntag".

50 Jahre SAP - Der Softwarekonzern steht am Scheideweg

Derzeit arbeiten die einzelnen Senderanstalten laut dem Zeitungsbericht jeweils noch mit eigenen SAP-Systemen. Das ist jedoch wenig effizient und teuer. Im Zuge des IT-Projekts sollte die SAP-Landschaft der ARD harmonisiert und weitgehend vereinheitlicht werden. Doch die beabsichtigte Harmonisierung sei "sehr komplex und umfangreich", hieß es unter Berufung auf einen Insider. Schuld an den Verzögerungen seien interne Bedenken unter Verantwortlichen im ARD-Verbund. Diese hätten sich gegen das SAP-Projekt gesträubt. Das Vorhaben sei "komplett zerstört und zerfasert".

Die ARD muss sparen

Woran die Umsetzung konkret hakt, dazu wollten die ARD-Verantwortlichen nicht Stellung beziehen. Wegen der geringeren Einsparungen versucht der Senderverbund abzuwiegeln. Bei anderen Projekten könne im Gegenzug mehr eingespart werden als ursprünglich vorgesehen. Der auf dem Senderverbund lastende Druck zu sparen, wächst. Die Verantwortlichen müssen sich seit Jahren für hohe Rundfunkbeiträge rechtfertigen.

2017 hatte die ARD 20 Sparprojekte angekündigt. Damit sollte bis 2028 mehr als eine halbe Milliarde Euro eingespart werden, so das Versprechen der Sender. Doch wie sich jetzt herausstellt, hakt es offenbar an der einen oder anderen Stelle. Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hatte in ihrem im Februar dieses Jahres vorgelegten Bericht (PDF) darauf verwiesen, dass gerade mit Projekten zur Strukturoptimierung Wirtschaftlichkeitspotenziale in erheblichem Umfang realisiert werden können. Doch die Fortschritte seien sehr unterschiedlich. Für das Projekt SAP-Harmonisierung, dessen Umsetzung sich aus Sicht der KEF deutlich verzögert hat, mahnten die Prüfer eine zügige Bearbeitung an.