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AOL und Sun entwickeln IM für Unternehmen

17.07.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Sun Microsystems und AOL Time Warner entwickeln US-Presseberichten zufolge im Rahmen ihres iPlanet-Joint-Ventures zurzeit Instant-Messaging-Software für den Einsatz in Unternehmen. Dieser Markt wird derzeit von IBM/Lotus und Microsoft beherrscht, während AOL mit "AIM" und "ICQ" vor allem den Endkundenmarkt dominiert.

IPlanet hat seinen Instant Messenger im Rahmen der Java One im vergangenen Monat bereits im Rahmen eines "Sneak Preview" demonstriert. Jim Kobelius, Analyst der Burton Group, behauptet, es handele sich dabei um eine Lizenzversion des "Netlert"-Programms von Softbase Systems. In der Tat gibt es auffällige Ähnlichkeiten: Der Client ist in Java geschrieben und kann unter anderem News an Abonnenten bestimmter Kanäle verbreiten, Umfragen versenden und auswerten, im Falle eines ausgeschalteten Rechners Botschaften an ein Handy weiterleiten, auf LDAP-Verzeichnisse zugreifen sowie Chaträume bereit stellen. Andere gängige IM-Features wie Sprachkommunikation, Dateiversand oder Videokonferenzen fehlen jedoch.

Ob sich das iPlanet-Produkt am Markt etablieren kann, hängt nicht zuletzt davon ab, ob es eine Schnittstelle zum weit verbreiteten AIM bietet. Lotus "Sametime" beherrscht dies, Microsofts MSN Messenger hingegen nicht. Allerdings bringt die Gates-Company mit Windows XP den deutlich leistungsfähigeren "Windows Messenger", der es laut Produkt-Manager Tom Laemmel unter anderem gestattet, Nutzern an entfernten Rechnern den Zugriff auf eigene Anwendungen zu erlauben. Anders als der MSN Messenger zielt die Windows-Komponente auch auf Unternehmensanwender ab.