Editorial aus CIO-Magazin 06/2014

Am Arbeitsplatz der Zukunft

28.05.2014
Von 
Horst Ellermann ist Herausgeber des CIO-Magazins und Ambassador für CIOmove in Deutschland.
Die neue Juni-Ausgabe des CIO-Magazins ist erschienen. Welche Schwerpunktthemen Sie im aktuellen Heft finden, verrät Ihnen CIO-Chefredakteur Horst Ellermann.
CIO-Chefredakteur Horst Ellermann
CIO-Chefredakteur Horst Ellermann
Foto: Joachim Wendler

Endgeräte machen abhängig, Hardware wirkt wie Heroin. Solange alles noch neu ist, fühlt es sich gut an. Aber nach Genuss funktionieren Schnittstellen genauso wie Synapsen nicht mehr richtig. Das nimmt dann bei einem Arbeitsplatz den gleichen Verlauf wie im Gehirn eines Abhängigen. Einige Rezeptoren springen einfach nicht mehr an. Alte Betriebssysteme genauso wie alte Junkies verstehen nicht mehr, was die Umwelt von ihnen erwartet. Irgendwann muss der Nutzer drastisch diszipliniert werden, oder die Sache endet tödlich. Das ist so weit erst mal nichts Neues.

CIOs wissen um die Abhängigkeit, die Desktop-Rechner mit den gängigen Systemen verursachen. Bislang konnten sie die Situation allerdings aus zwei Gründen nicht ändern: a) Die Nutzer hatten überhaupt keine Ambition, von ihrer liebgewonnenen Droge loszukommen, und b) es gab kein Methadon. Das hat sich inzwischen geändert.

Zu a) Der Mitarbeiter von heute will nicht nur von seinem Windows-Rechner auf Unternehmensanwendungen zugreifen. Jeder kennt die große, weite Welt, die ihm schon das private Smartphone eröffnet. Keiner will sich da noch mit den Restriktion einer Schmuddeldroge abgeben.

Zu b) Neben den großen grauen Kisten mit Windows oder auch neben den geringfügig schickeren Notebooks mit Windows oder iOS ist mittlerweile eine Vielfalt von Geräten entstanden, die allein von der Rechenleistung das Gleiche schafft. Sicher, wer im Augenblick über sein Smartphone einen großen Bildschirm ansteuert und behelfsmäßig noch eine Tastatur andockt, hat immer noch das Gefühl, mit einer Ersatzdroge abgespeist zu werden. Das ändert sich aber - schnell.

Munich Re, Daimler und auch die kleine Rhätische Bahn sind schon vorbereitet. Was noch vor fünf Jahren undenkbar schien, wird wahrscheinlich: Daten und Applikationen liegen in der Cloud. Das Interface dazu wird jeder von uns in seiner Jackentasche mit sich tragen. Die Epoche, in der Schreibtische in die Breite wuchsen, damit Röhrenmonitore darauf passten, ist endgültig vorbei. Selbst der Platz für eine Docking-Station könnte bald wegfallen.

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