Acrobat KI Assistent

Adobe lässt Nutzer mit PDFs chatten

21.02.2024
Von 
Matthew Finnegan lebt in Großbritannien und schreibt für unsere US-Schwesterpublikation Computerworld zu den Thema Collaboration und Enterprise IT.
Mit einem neuen generativen KI-Assistenten (genAI) in Acrobat und Reader will Adobe Anwendern die Durchsicht langer Dokumente erleichtern.
Adobe KI Assistent bietet kurze Zusammenfassungen oder beantwortet Fragen zum Inhalt eines Dokuments.
Adobe KI Assistent bietet kurze Zusammenfassungen oder beantwortet Fragen zum Inhalt eines Dokuments.
Foto: Adobe

Die von Adobe in der Beta-Version vorgestellte, GenAI-gestützte Konversations-Engine in Reader und Acrobat liefert Inhaltszusammenfassungen für PDFs und andere Dateitypen, wobei die Nutzer in natürlicher Sprache Fragen zu einem Dokument stellen können.

Der KI-Assistent wird dazu über eine Seitenleiste in der App aufgerufen und bietet einen Überblick über ein Dokument mit kurzen Zusammenfassungen des Inhalts in verschiedenen Abschnitten. Zusätzlich zu den Informationen über den Textinhalt können die Zusammenfassungen auch Details aus Grafiken und Infografiken enthalten. Beim Klick auf eine Zusammenfassung wird man zu dem entsprechenden Abschnitt weitergeleitet, um weitere Details zu erfahren.

Die Nutzer können dem KI-Assistenten in der Seitenleiste auch Fragen zum Dokument stellen und erhalten Vorschläge. Die daraus resultierenden Antworten enthalten Zitate mit Links zu den Informationen im Dokument. Die Antworten des KI-Assistenten sind allerdings eingeschränkt, da er nur auf der Grundlage von Informationen aus einem Dokument antworten kann und keinen zusätzlichen Kontext aus dem Internet liefert. Eine weitere Funktion ist die Möglichkeit, zusammengefasste Informationen so zu formatieren, dass sie per E-Mail oder auf anderem Wege weitergegeben werden können.

Adobe gibt an, dass keine vom KI-Assistenten analysierten Dokumente gespeichert oder für das Training der Sprachmodelle verwendet werden.

Weitere Dokumenttypen und Funktionen geplant

Dies sind nur die ersten Funktionen des Acrobat KI Assistent. Adobe wird den Acrobat-Assistenten auch in die Lage versetzen, eine breitere Palette von Dokumenttypen zusammenzufassen, einschließlich Microsoft-Word- und PowerPoint-Dateien. Es ist zudem geplant, den KI-Assistenten auf das Verfassen und Bearbeiten von Texten in Acrobat auszurichten, etwa mit der Möglichkeit, erste Entwürfe zu erstellen oder Stimme und Tonfall zu ändern. Adobe wird Acrobat auch mit seinem generativen KI-Tool Firefly integrieren, um Bilder zu Textdokumenten hinzuzufügen.

Der Acrobat KI-Assistent ist ab sofort in der öffentlichen Beta-Phase für kostenpflichtige Acrobat Einzel- und Teamlizenzen (für Unternehmenskunden gibt es eine private Beta-Phase) sowie für die kostenlose Reader-App verfügbar - allerdings zunächst erst in englischer Sprache. Weitere Sprachen sollen folgen. Über die Kosten zum Start ist noch nichts bekannt, aber Adobe sagte, dass Reader- und Acrobat-Benutzer ein zusätzliches Abonnement benötigen werden.

Eine der "wichtigsten strategischen Anwendungsfälle für genAI"

"Der KI-Assistent in Acrobat ist eine hilfreiche Funktion für bestehende Teams, die Acrobat nutzen, und für potenzielle neue Kunden, die mit vielen textlastigen Dokumenten arbeiten und diese verwalten (etwa in der Rechtsabteilung, in der Forschung, in Redaktionen oder in Archiven)", erklärt Rosanna Jimenez, Analystin bei S&P Global Market Intelligence. So gebe es zwar Open-Source-Anwendungen, die für einzelne Anwendungsfälle nützlich sein können, ein standardisiertes KI-Tool für Teams/Organisationen sorge aber für mehr Einheitlichkeit und Genauigkeit.

Ritu Jyoti, Group Vice President für Worldwide Artificial Intelligence and Automation Services bei IDC, erwartet eine starke Nachfrage nach dem Acrobat AI Assistant, da die Recherche eine der "wichtigsten strategischen Anwendungsfälle für GenAI" ist. Obwohl Halluzinationen wie bei jedem GenAI-Service ein Problem seien, glaubt Jyoti, dass Adobe diese minimiert, indem die Antworten auf den Inhalt des Dokuments bezogen sind und nachprüfbare Ergebnisse mit Zuordnung geliefert werden.

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag der US-Schwesterpublikation Computerworld.