Suche nach Potenzial und Finanzierung

Zweite Chance für DVB-H

23.02.2009
Die Landesmedienanstalten geben den mobilen TV-Standard DVB-H nicht auf. Ein Komitee soll prüfen, welche Potenziale der Funkstandard für Investoren bietet. Vor allem die Frage der Finanzierung spielt für den Erfolg eine entscheidende Rolle.

Der mobile TV-Standard DVB-H könnte eine zweite Chance erhalten. Die Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) hat ein Komitee gebildet, das die Potenziale des Funkstandards für Investoren abschätzen soll. Zu diesem Zweck wird die Gruppe neue Modelle für die Vermarktung erarbeiten. Nach Aussage des DLM-Vorsitzenden Thomas Langheinrich können die Anstalten jedoch nur die Rahmenbedingungen festlegen, "der Impuls und das Interesse müssten ebenso wie das Konzept" von der Industrie kommen.

Nach Langheinrich müssen vier wichtige Punkte erfüllt sein, damit DVB-H erfolgreich in den Markt eingeführt werden kann. Zunächst müssen die Endgeräte benutzerfreundlich sein und die Anbieter einen guten Service bieten. Zudem sind interessante Inhalte und letztlich die Finanzierbarkeit des TV-Dienstes wichtige Eckpunkte. Man müsse jetzt feststellen, welche Business-Modelle positiv aufgenommen werden und in welchem Umfang die Teilnehmer bereit sind, zu investieren. "Wir haben auch zu prüfen, ob Risiken gemeinsam getragen werden müssen und Netzbetreiber ebenfalls einen finanziellen Beitrag zu leisten haben", sagte Langheinrich.

DVB-H stand bereits 2008 vor dem Aus. Die Landesmedienanstalten hatten die Rückgabe der Sendelizenzen gefordert, nachdem das Medien-Konsortium Mobile 3.0 Anfang Oktober mitteilte, keinen MobileTV-Dienst über DVB-H kommerziell auf den Markt zu bringen. Das Unternehmen wollte seinen mobilen TV-Dienst für monatlich 5 bis 10 Euro anbieten, was bei Verbrauchern auf Unverständnis stieß. Immerhin ist die Nutzung des Konkurrenzstandards DVB-T kostenlos und überall in Deutschland möglich. Die Chancen für DVB-H dürften deshalb auch im zweiten Anlauf kaum besser aussehen, sollte der Dienst erneut von den Verbrauchern finanziert werden.

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