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Yahoo feiert Zehnjähriges

02.03.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Jerry Yang (36) und David Filo (38) haben Yahoo innerhalb von zehn Jahren vom Studentenhobby für ein leichteres Surfen auf dem Internet zur weltgrößten Internetfirma gemacht. Yahoo wurde im März 1995 gegründet. Bei ihrem Börsengang im folgenden Jahr war die Firma 334 Millionen Dollar wert. Heute wird sie bei einem Aktienkurs von 33,12 Dollar mit insgesamt rund 44 Milliarden Dollar bewertet. Die Firmengründer sind inzwischen Milliardäre.

Yahoo hat seinen Umsatz 2004 dank der rasant steigenden Online-Werbeeinnahmen und zahlreicher neuer Dienstleistungsangebote mehr als verdoppelt. Die in Sunnyvale, Kalifornien, ansässige Gesellschaft setzte 3,6 Milliarden Dollar um und verdiente knapp 840 Millionen Dollar. Yahoo hat inzwischen weltweit 345 Millionen Nutzer.

Die beiden ehemaligen Doktoranden und angehenden Elektroingenieure Yang und Filo hatten im Februar 1994 in einem Wohnwagen auf dem Gelände der Stanford-Universität in Kalifornien ihren Internet-Führer mit den von ihnen bevorzugten Internet-Sites erstellt. Bald verbrachten sie mehr Zeit im Internet als in den Vorlesungsräumen. Schließlich wurde ihre Web-Site-Liste zu lang. Sie spalteten sie in Kategorien und später in weitere Unterkategorien auf. Damit war das Kernkonzept von Yahoo geboren.

Der Web-Führer begann als "Jerry's Führer für das World Wide Web", doch bekam er schließlich mit Hilfe eines Wörterbuchs den Spitznamen "Yet Another Hierarchical Officious Oracle" (Noch ein anderes hierarchisches offizielles Orakel) oder in Kurzform Yahoo. Das System befand sich anfangs auf Yangs Workstation "Akebono" und die Software domizilierte auf Filos Rechner "Konishki" (dies sind die Namen von zwei legendären Sumo-Ringern).

Yahoo befindet sich inzwischen in einem harten Konkurrenzkampf mit der Onlinesuchmaschinen-Firma Google, mit America Online und MSN von Microsoft. Die Google-Aktien werden mit insgesamt 51 Milliarden Dollar bewertet und die Anteile des weltgrößten Online-Auktionärs Ebay sogar mit 57 Milliarden Dollar.

Yang und Filo arbeiten noch immer bei Yahoo und tragen jeweils den Titel "Chief Yahoo". Konzernchef ist allerdings Terry Semel, der das Unternehmen auf Vordermann gebracht hatte. Yahoo war nach dem Platzen der Internet-Spekulationsblase unter Druck gekommen, doch blieben ihm die Kunden im Gegensatz zu vielen gescheiterten Internet-Firmen treu.

Yang, Filo und Semel haben am Mittwoch an der Nasdaq zur Feier des zehnjährigen Firmenjubiläums in New York die Eröffnungsglocke geläutet. Den US-Kunden spendierte Yahoo bei einer Eissalon-Kette ein kostenloses Eis, weil dies den Yahoo- Mitarbeitern am besten schmecke. Die Ex-Studenten haben inzwischen mit Vermögen von 2,2 Milliarden Dollar (Filo) und 1,9 Milliarden Dollar (Yang) ausgesorgt. (dpa/tc)