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Xbox-Erfinder kehrt Microsoft den Rücken

23.04.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Seamus Blackley, Chief Technology Officer (CTO) für Microsofts Videospielkonsole "Xbox", wird den Softwareriesen Ende dieser Woche verlassen, um eine eigene Spielefirma zu gründen. Der 34-Jährige war vor rund drei Jahren von Dream Works Interactive zu der Gates-Company gestoßen, um ursprünglich an der Spiele-Programmierschnittstelle "DirectX" mitzuarbeiten. Nach nur wenigen Monaten bei Microsoft schlug Blackley dann die Entwicklung einer eigenen Spielkonsole vor.

Der Spiele-Veteran nimmt seinen Hut in einer schwierigen Zeit für Microsoft. Erst vor kurzem musste das US-Unternehmen seine für dieses Geschäftsjahr (Ende: 30. Juni 2002) anvisierten Xbox-Verkaufszahlen von 4,5 bis sechs auf 3,5 bis vier Millionen Geräte senken. Um die Nachfrage anzukurbeln, reduzierte der Softwareriese den Preis der Xbox in Europa um 38 Prozent auf rund 300 Euro (Computerwoche online berichtete).

Ein Microsoft-Sprecher erklärte, der Rücktritt von Blackley habe "absolut nichts" mit den schlechten Verkaufszahlen der Konsole zu tun. In einem Interview sagte Blackley, er habe sich entschieden, in dieser Woche bei Microsoft auszusteigen, um seine neue Startup-Company pünktlich zum Videospiel-Kongress in Los Angeles im Mai vorzustellen. Einen Nachfolger für den Xbox-Erfinder hat Microsoft bislang nicht benannt. (ka)