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Worldcom-Skandal: Ex-CEO Bernard Ebbers plädiert auf nicht schuldig

04.09.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Ex-Worldcom-Chef Bernard Ebbers hat am gestrigen Mittwoch bei einer kurzen Anhörung vor dem Bezirksgericht in Oklahoma seine Unschuld beteuert und eine Kaution von 50.000 Dollar hinterlegt. Es handelte sich um den ersten Auftritt des Firmengründers vor Gericht - mehr als ein Jahr, nachdem bei dem US-Carrier Falschbuchungen in Höhe von über zehn Milliarden Dollar aufgedeckt worden waren.

Der ehemalige Finanzchef Scott Sullivan musste als einer der Hauptverdächtigten in dem milliardenschweren Bilanzbetrugsskandal bereits auf die Anklagebank Platz nehmen, andere Worldcom-Manager haben sogar schon ein Geständnis abgelegt. Ebbers konnte dagegen bislang noch nichts nachgewiesen werden.

Dennoch ist Chefankläger Drew Edmondson zuversichtlich, den Fall gegen Ebbers zu gewinnen. Gegenüber dem "Wall Street Journal" erklärte der Generalstaatsanwalt des Bundesstaats Oklahoma, er habe eine Reihe von Assen im Ärmel. Das Gesetz sei nicht übermäßig kompliziert und die Jurys darin geschickt, Kriminelle zu erkennen, so Edmondson.

Die Bundesstaatanwaltschaft von Oklahoma hatte Ende August strafrechtliche Schritte gegen Ebbers und fünf weitere Ex-Worldcom-Führungskräfte sowie gegen das Unternehmen selbst erhoben (Computerwoche online berichtete). Den Angeklagten wird der Verstoß gegen das Wertpapiergesetz von Oklahoma in insgesamt 15 Punkten vorgeworfen. Für jeden der Punkte drohen Ebbers und den anderen Topmanagern im schlimmsten Fall jeweils zehn Jahre Gefängnis sowie eine Geldstrafe von 10.000 Dollar. (mb)