Podcast IT und Fairness

"Wir brauchen Bildung, Bewusstsein und eine Community"

17.10.2023
Von 


Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Wie fair ist IT? Wie lässt sich die Tech-Industrie gerechter und vor allem inklusiver gestalten? Im TechTalk-Podcast erklärt die Gründerin und Datenexpertin Mina Saidze, wo es hapert und was getan werden muss.
Mina Saidze hat es sich zur Aufgabe gemacht, Big Data, KI und Diversity in Tech zu demokratisieren.
Mina Saidze hat es sich zur Aufgabe gemacht, Big Data, KI und Diversity in Tech zu demokratisieren.
Foto: Dagmara Musial

Obwohl IT das Potenzial hat, etwa Raum- und Sprachbarrieren fast völlig niederzureißen, hört man auf der anderen Seite immer öfter von Diskriminierung durch KI gegen Frauen oder Minderheiten. Was läuft schief, oder wichtiger, was muss unternommen werden, um mehr Fairness in der IT zu erreichen?

Eine, die es wissen müsste, ist Mina Saidze, mehrfach ausgezeichnete KI-Expertin, Autorin, Gründerin und LinkedIn Top Voice Tech & Innovation. Ihrer Meinung nach werden aktuell meist die falschen Fragen in Bezug auf Technologie gestellt, etwa, wie man damit so viele Prozesse wie möglich automatisieren oder den Umsatz steigern kann.

Andere Fragestellungen nötig

"Ich wünsche mir persönlich für die Zukunft, dass wir uns auch andere Fragen stellen", erklärt sie in der aktuellen TechTalk-Episode. Etwa: "Wie können wir Technologie einsetzen, um Menschenleben besser zu gestalten oder sogar auch zu retten? Was braucht es an Aufklärung für unsere Bürgerinnen und Bürger, damit sie eigenständig die richtigen Entscheidungen im digitalen Raum treffen können? Und wie können wir Technologie inklusiv gestalten, dass es eben nicht zum Ausschluss von bestimmten Menschengruppen führt wie beispielsweise bei Recruiting- oder Gesichtserkennungs- Software. Wie können wir auch sicherstellen, bevor wir ein Technologie-basiertes Produkt auf dem Markt launchen, dass dies ethischen Standards entspricht?

Aktuell seien dies Fragestellungen, die noch nicht die nötige Ernsthaftigkeit erfahren, beklagt die Autorin des Buchs "Fairtech: Digitalisierung neu denken für eine gerechte Gesellschaft" (ET: 27.10.2023). "Sobald du mit dem Wort Diversity um die Ecke kommst, dann heißt es nur, dann kommt wieder irgend so eine junge Frau mit Migrationshintergrund, die mir was von Diversity erzählt", berichtet sie lachend.

Dabei geht es aber um viel mehr, auch um die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen, die diese Produkte entwickeln, meint sie." Denn wenn ich keine ethischen Richtlinien einhalte und so ein Produkt auf den Markt bringen, kann es potenziell auch zu Umsatzeinbußen führen, zu verschwendeten Forschungs- und Entwicklungsgeldern, Reputationsschaden und einem geschädigten Employer Brand, so dass es schwierig für mich ist, Talente langfristig zu rekrutieren."

Was schief läuft, woran es liegt, und natürlich was für mehr Fairness in der IT alles verändert werden müsste, das erfahren Sie in der aktuellen TechTalk-Episode.