CIO des Jahres 2019 – Großunternehmen – Top 10

Wie der Etex CIO die IT-Landschaft des Baustoffherstellers transformiert

21.11.2019
Von 
Jens Dose ist Redakteur des CIO Magazins. Neben den Kernthemen rund um CIOs und ihre Projekte beschäftigt er sich auch mit der Rolle des CISO und dessen Aufgabengebiet.
Dirk Altgassen überführte bei der Etex Group die heterogenen IT-Systeme von rund 100 Tochtergesellschaften in eine global gemanagte Cloud-Landschaft. Dadurch konnte der Baustoffhersteller das eigene Rechenzentrum abschalten.
Dirk Altgassen von Etex: "Durch die Standardisierung kann die zentrale IT Cyber­-Attacken auf lokale Einheiten besser behandeln."
Dirk Altgassen von Etex: "Durch die Standardisierung kann die zentrale IT Cyber­-Attacken auf lokale Einheiten besser behandeln."
Foto: Dirk Altgassen

Innerhalb von drei Jahren haben CIO Dirk Altgassen und sein Team die IT-Landschaft des internationalen Baustoff-Produzenten Etex transformiert: Zirka 100 bisher unabhängig agierende Unternehmen in 42 Ländern mussten dabei in eine neue gemeinsame globale IT-Organisation "Etex IT" überführt werden.

Der organisatorische Wandel war die größte Herausforderung, weshalb Altgassen in Sachen Change-Management und Kommunikation alle Register ziehen musste. Moderne Technologien unterstützen den Wandel. So wurde innerhalb von 18 Monaten konzernweit die Office-365-Software in der Cloud eingeführt, was zu einer erheblichen Modernisierung der 10.000 Arbeitsplätze und der Zusammenarbeit in den Teams führte. Parallel verlagerte die Konzern-IT die bestehende SAP-Landschaft (90 Einzelsysteme) sowie umliegende Legacy-Anwendungen in die Cloud. Dabei wechselte Etex von einer AS/400- auf eine SAP-HANA-Umgebung.

Rechenzentren in Belgien aufgegeben

Schließlich migrierte die IT die restlichen Systeme in die Microsoft Azure Cloud, wodurch Etex Ende 2018 seine Rechenzentren in Belgien ganz aufgeben konnte. Die verschiedenen IT-Service-Einheiten wurden schrittweise in die Etex-IT integriert, die heute zentral die globale IT des Konzerns steuert.

Im Vorstand fand Altgassen den nötigen Support, nachdem er den Business Case präsentiert und viel in die Überzeugungsarbeit investiert hatte. So konnte er das Projekt auf den Weg bringen, obwohl das Budget für den konzernweiten IT-Umbau beträchtlich war.

Transparente IT-Kosten

Eine IT-Governance und ein regelmäßig tagendes IT-Council wurden ins Leben gerufen, um die verschiedenen IT-Divisionen auf ein Ziel auszurichten. Zudem initiierte der CIO Maßnahmen, um die IT-Kosten, den Projektstatus sowie die erreichten Meilensteine transparent zu gestalten.

Damit der Change gelingt, galt es, die Profile der Mitarbeiter an die neue Struktur anzupassen. Gemeinsam mit der Personalabteilung nahm das Team um CIO Altgassen Trainings, Talent Reviews sowie Performance-Anpassungen vor und führte übergreifende Management-Systeme ein, allen voran SAP SuccessFactors.

Das IT-Team setzte in jeder Phase des Umbaus auf begleitende Kommunikationsmaßnahmen - auch gegenüber den Fachbereichen und ihren Führungskräften. Auf diese Weise war das Business immer mit im Boot und konnte die Transformation der IT für seine eigenen Zwecke optimal nutzen.