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Weltweites Digital-Copyright kann in Kraft treten

10.12.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Ein internationales Abkommen, das die Urheberrechte im digitalen Zeitalter sichert, kann nun in Kraft treten: 30 Länder, einschließlich der USA und Japan, haben den Vertrag bereits ratifiziert. Initiiert wurde das Vertragswerk von der World Intellectual Property Organization (WIPO). Es nennt sich "WCT" (WIPO Copyrigt Treaty) und soll die Urheberrechte von Künstlern wie Komponisten oder Schriftstellern festschreiben, deren Werke über das Internet oder anderen digitalen Medien vertrieben werden. Auch die Verbreitung von Software fällt unter das Abkommen, das auf den Bestimmungen der Berner Konvention von 1886 basiert und deren letzte Überarbeitung aus dem Jahr 1971 datiert.

"Wir müssen das Zeitalter des Wilden Westens endlich hinter uns lassen, und diese Verträge sind die Basis dafür", erklärt WIPO-Direktor Jørgen Blomqvist. Mit dem Neuentwurf lägen Bestimmungen vor, die dem Copyright aus der "analogen Welt" entsprechen, sagt Blomqvist. "Wenn ein Werk von der lokalen Festplatte auf den Server kopiert wird, so muss dies wie ein Nachdruck behandelt werden."

Ein Punkt ist indes auch beim WCT ungeklärt: Die zwangsweise Durchführung der Bestimmungen. "Das ist keine leichte Aufgabe", gibt Blomqvist zu. Hier müssen sich die Staaten noch verpflichten, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Ein Mittel sei beispielsweise die Verschlüsselung. Die EU hat das Abkommen bislang nicht ratifiziert. Die Mitgliedsstaaten arbeiten noch an ähnlichen Bestimmungen, die Ende nächsten Jahres feststehen sollen.