Cloud, Services und Sicherheit

VMware setzt auf Multi Cloud und Datacenter Automation

Bernhard Haluschak ist als Redakteur bei der IDG Business Media GmbH tätig. Der Dipl. Ing. FH der Elektrotechnik / Informationsverarbeitung blickt auf langjährige Erfahrungen im Server-, Storage- und Netzwerk-Umfeld und im Bereich neuer Technologien zurück. Vor seiner Fachredakteurslaufbahn arbeitete er in Entwicklungslabors, in der Qualitätssicherung sowie als Laboringenieur in namhaften Unternehmen.
VMware fokussierte sich auf der VMworld 2017 in Barcelona auf Multi-Cloud-Infrastrukturen, vereinfachtes Management von Rechenzentren sowie Sicherheit und stellte seine Strategie inklusive neuer Produkte und Services vor. Der Cloud-Spezialist will damit seine Führungsrolle in diesem Umfeld langfristig festigen.

Anders als im vergangenen Jahr ging es auf der diesjährigen europäischen VMware Hausmesse VMworld 2017 in Barcelona etwas ruhiger und informationsbezogener zu. Diese Atmosphäre vermittelte auch Pat Gelsinger, VMware CEO, bei seiner Keynote-Rede, in der die digitale Transformation und die Auswirkung auf die aktuelle Arbeitswelt im Mittelpunkt standen.

VMware ebnet auf der VMworld 2017 in Barcelona den Weg in die Multi-Cloud.
VMware ebnet auf der VMworld 2017 in Barcelona den Weg in die Multi-Cloud.
Foto: VMware
Digital Leader Award

Digital Leader Award

Besonderes Augenmerk richtete der VMware-Chef auf die Telekommunikationsbranche, die - getrieben vom kommenden 5G-Mobilfunkstandard und der Virtualisierung von Netzwerk-Funktionen (Network Functions Virtualization, NFV) - sich mit neuen Connected-Ecosystemen, neuen Business-Modellen und neuen Netzwerk- und Cloud-Modellen auseinandersetzen muss. Für diese Zielgruppe hatte VMware natürlich entsprechend reichlich Neuigkeiten im Gepäck.

Aber auch das Management eines Software-defined Data Centers (SDDC) inklusive Hybrid-Cloud-Umgebungen wurde thematisiert. Dabei standen Vereinfachung und Automatisierung des IT-Managements im Rechenzentrum im Mittelpunkt.

Ein weiterer wichtiger Aspekte der VMware-Cloud-Stratgie ist der Ausbau des WMware-Cloud-Provider-Programms sowie das intensivieren der Zusammenarbeit mit den wichtigsten Cloud Providern, betonte Pat Gelsinger. Dabei bezieht der Cloud-Spezialist auch Technologietransfers mit ein, um mittel- und langfristig den Anwenderkreis für entsprechende VMware-Lösungen zu erweitern.

VMware vRealize Suite 2017 mit neuen Erweiterungen

Die digitale Transformation in den Unternehmen wird aktuell getrieben von Technologietrends wie IoT, Cloud, Big Data, Analytics, Social Media und Mobility. Um diese Aufgaben zu bewältigen, setzen Unternehmen verstärkt auf Multi-Cloud-Infrastrukturen. Allerdings stellt das Management von Ressourcen und Anwendungen über mehrere Clouds hinweg die Unternehmen vor neue Herausforderungen. So müssen sie etwa die Portabilität von Workloads in und aus der Cloud gewährleisten, die Performance der einzelnen Infrastrukturen laufend überwachen und die eingesetzten Ressourcen ständig auf dem Radar haben. Zusätzlich müssen sie die Kosten über mehrere Clouds hinweg für Unternehmensreportings transparent halten.

VMware vRealize Suite ist VMwares Verwaltungsplattform für Hybrid-Cloud-Infrastrukturen. Diese umfasst eine Vielzahl von Management Werkzeugen, um Rechenzentren zu modernisieren und die Integration von Private und Public Clouds zu unterstützen. Zudem beinhaltet sie Funktionen und Automatismen, die die Bereitstellung von Anwendungs- und Infrastruktur-Services sowohl On-Premise als auch Off-Premise beschleunigen. Ferner ist die Plattform als offenes System ausgelegt, um Erweiterungen durch Anwender oder Partner zu ermöglichen.

Die neu vorgestellte vRealize Suite 2017 offeriert Unternehmen umfangreiche intelligente und automatisierte Funktionen, sodass sie Cloud-Infrastrukturen schneller aufsetzen und betreiben können. Inbegriffen sind dabei auch ein erweiterter Support für Public Clouds sowie Container- und Konfigurationsmanagement-Lösungen, die das Verschieben von Geschäftsanwendungen von der Entwicklung bis in die Produktion in der Suite vereinfachen.

Die VMware vRealize Suite 2017 umfasst die aktuellen Komponenten vRealize Operations 6.6, vRealize Automation 7.3, vRealize Business for Cloud 7.3 und vRealize Log Insight 4.5. Darüber hinaus integrierte VMware in die Verwaltungsplattform ein automatisches Lifecycle Management von Day-0- bis Day-2-Aufgaben. Die neue Funktion bietet eine automatisierte Bereitstellung, Konfiguration und Updates der Produkte in der Suite und soll somit den Administrator bei der täglichen Arbeit entlasten. Die VMware vRealize Suite 2017 gibt es in den drei Versionen: Standard, Advanced und Enterprise und soll im vierten Quartal 2017 erhältlich sein.

"Mit VMware vRealize Suite 2017 führt VMware neue Funktionen für Lifecycle Management ein, die IT-Teams eine schnellere Wertschöpfung ihrer Cloud-Management-Plattform ermöglichen", sagte Ajay Singh, Senior Vice President und General Manager, Cloud Management Business Unit bei VMware, über die vRealize Suite.

HCX vereinfacht Netzwerk-Virtualisierung

Mit der neu vorgestellten HCX-Technologie erweitert VMware seine Netzwerk-Virtualisierungstechnologie NSX um eine Management-Schicht, sodass Anwender jetzt eine Rechenzentrumsmigration oder -erweiterung von einer On-Premise-Umgebung auf einen VMware-basierten SDDC-Stack beziehungsweise Cloud durchführen können. HCX verspricht dabei eine fortlaufende Portabilität ohne Ausfallzeiten oder Refactoring.

Beispiel eines Service-Modells auf Basis der VMware-HCX-Technologie.
Beispiel eines Service-Modells auf Basis der VMware-HCX-Technologie.
Foto: VMware

Die Cloud-Migration mittels HCX beinhaltet zudem Services wie Datensynchronisation, Netzwerkerweiterung, Traffic-Engineering, automatisierte VPN- und WAN-Optimierungen sowie diverse Sicherheitsaspekte. Die Technologie ermöglicht hybride Infrastrukturen, die ortsunabhängig miteinander agieren können, sehr einfach und schnell aufzubauen. Die HCX-Technologie wird von VMware Cloud Providern angeboten und ist vorerst nur bei den Design-Partnern IBM und OVH verfügbar.

Workspace ONE mit mehr Sicherheit

VMware verstärkt sein Bemühen, den Arbeitsplatz der Zukunft sicherer zu machen. So hat das Unternehmen seine Mobile Security Alliance (MSA) aktuell auf insgesamt 23 Partner erweitert, die jetzt insgesamt sechs Sicherheitskategorien abdecken. Dazu gehören Endpunkt-, Anwendungs-, Cloud- und Netzwerksicherheit sowie Authentifizierung und Analytik. Das Ziel der MSA-Allianz ist es, die Schwachstellen zwischen den eingesetzten Legacy-Security-Tools zu schließen und eine sichere Plattform für mobile Endpunkte in einem Unternehmen zu offerieren.

VMware zielt dabei besonders auf sein Workspace-ONE-Angebot, das über eine dedizierte Anwendungsprogrammierschnittstelle (APIs) verfügt, um dort entsprechende Partnerlösungen zu integrieren. Damit soll der digitale Arbeitsbereich zukünftig durch native und integrierte Sicherheitskomponenten noch besser vor möglichen Angriffen geschützt sein und das sowohl On-Premise als auch in der Cloud.

Mit den neuen Partnertechnologien sollen Anwender beispielsweise die Authentifizierung und den sicheren Zugriff auf kritische Daten und Applikationen mit Hilfe von Smartphones durchführen können, anstatt etwa traditionellen Smartcards zu nutzen. Zudem sollen sich zukünftig potentielle mobile Bedrohungen zeitnah erkennen und beseitigen lassen.

Network Functions Virtualization Services auf OpenStack

Speziell für Kommunikationsdienstleister (CSPs) die Network-Functions-Virtualization-Services (NFV) auf Open Stack bereitstellen wollen, offeriert VMware zwei neue Lösungen: VMware vCloud NFV-OpenStack Edition und VMware Integrated OpenStack-Carrier Edition. Erstere beinhalte eine Carrier-basierte NFV-Infrastruktur mit Open Stack und stellt durch integriertes Container-Management native Unterstützung für Container-basierte Virtualized Network Functions zur Verfügung, so dass virtuelle Maschinen (VM) und Container-basierte NFVs auf einem einzigen Virtualized Infrastructure Manager (VIM) laufen können. Die Carrier-Version bietet darüber hinaus neue Telekommunikationsfunktionen für eine verbesserte VNF-Leistung, eine dynamische Skalierung sowie Mandantenfähigkeit und Resource-Reservation.

Prinzipieller Aufbau eines VMware vCloud Network-Functions-Virtualization-Stacks (NFV-Stack).
Prinzipieller Aufbau eines VMware vCloud Network-Functions-Virtualization-Stacks (NFV-Stack).
Foto: VMware

In diesem Zusammenhang kündigten die Vodafone Group und VMware eine Software-Lizenzvereinbarung an. Als Teil dieser Vereinbarung wird VMware dem Mobilfunkunternehmen beim globalen Roll-out von Network vCloud Functions Virtualization unterstützen.

Diese Lizenzvereinbarung besagt auch, dass Vodafone VMware vCloud NFV als Teil seines konzernweiten Transformationsprogramms nutzen kann. Zudem erhält Vodafone von VMware für die Implementierung neuer Software einen Carrier Grade Support.

Darüber hinaus bieten Dell EMC und VMware ab sofort ein neues bereits vorab validiertes und getestetes Lösungsportfolio für Communications Service Provider und Mobilfunkbetreiber an. Das Dell EMC NFV Ready Bundle for VMware besteht aus der Dell EMC Cloud-Infrastruktur-Hardware (Rechen- und Netzwerkeinheit) und der OpenStack-fähigen VMware vCloud NFV-Plattform mit VMware vSAN oder Dell EMC ScaleIO. Als virtuelle Management-Plattform kann der Anwender zwischen der VMware Integrated Open Stack-Carrier Edition oder dem VMware vCloud Director wählen.

Cloud-Provider-Plattform vereinfacht Steuerung des Rechenzentrums

Um Partner noch enger an das VMware-Portfolio zu binden und auch die propagierten Multi-Cloud-Szenarien besser in der Praxis umzusetzen beziehungsweise an den Mann zu bringen, setzt der Virtualisierungsspezialist auf ein erweitertes Cloud-Angebot in Form einer Cloud-Provider-Plattform. Diese soll die Mitglieder befähigen, die Kosten im Data Center durch Automatisierung der Prozesse zu senken und den Umsatz durch ein erweitertes Service Angebot zu steigern.

So verspricht VMware in dieser Offerte flexible Hosting-Möglichkeiten mit Self-Service-Optionen. Dabei kommt die Cloud-Infrastruktur von VMware sowie eine Cloud-Provider-Management- und Betriebssoftware zum Einsatz inklusive eines neuen Certified Reference Designs. Diese Plattform bietet mandantenfähige Rechen-, Netzwerk-, Storage- und weitere Infrastruktur-Self-Services. Zusätzlich ermöglicht sie einen rollenbasierten Zugriff pro Mandant auf VMware NSX-basierte Netzwerkdienste und erlaubt mandantenabhängige Messungen für Abonnement- und On-Demand-Services.

Vertrauenszertifikat für Partner

Mit dem neu ins Leben gerufenen Partnerprogramm VMware Cloud Verified Partner will VMware besonders engagierte Cloud Provider auszeichnen. Diese unterstützen nicht nur die Cloud-Infrastruktur-Technologien von VMware sondern verpflichten sich auch, zusätzlich wichtige Services und weiteren Support für eine gemeinsame Infrastruktur anzubieten. Zu den ersten VMware-Cloud-Verified-Partnern zählen CenturyLink, Fujitsu, IBM Cloud, OVH und Rackspace.