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Verbraucherzentrale richtet Beschwerdestelle für "Spam"-Mails ein

22.09.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Im Kampf gegen die Flut unerwünschter Werbe-E-Mails können Computernutzer "Spams" aus ihrem Postfach künftig an eine neue Beschwerdestelle der Verbraucherzentralen weiterleiten. Nach Prüfung sollen dann rechtliche Schritte gegen die Versender und Auftraggeber unternommen werden, wie der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) am Donnerstag mitteilte. Ziel sei eine abschreckende Wirkung. "Neben Unterlassungsklagen werden wir auch versuchen, "Spammern" ihre Gewinne abzunehmen", sagte vzbv-Experte Patrick von Braunmühl.

Damit die Verbraucherschützer die E-Mails zurückverfolgen können, müssen die "Header"- Zeilen mit Absender, Empfänger und Datum bei der Weiterleitung an die Beschwerdestelle mitgesendet werden.

Die Zahl der "Spam"-Mails habe in den vergangenen Jahren Besorgnis erregend zugenommen. Ihr Anteil an allen in Deutschland empfangenen Mails liege bei bis zu 80 Prozent. Dies sei kein Kavaliersdelikt, sagte von Braunmühl. "Es kostet Zeit, Geld sowie Nerven und schädigt Wirtschaft und Verbraucher gleichermaßen."

Nötig seien daher auch schärfere Gesetze, etwa die Verfolgung aller unerwünschter Werbe-E-Mails als Ordnungswidrigkeit. Die Bundesnetzagentur solle als zentrale Instanz für Sanktionen zuständig sein. Die neue Beschwerdestelle ist Teil eines Anti-"Spam"-Projekts, das vom Bundesverbraucherministerium gefördert wird. Sie richtet sich nur an Privatleute. Firmen können sich an die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs (www.wettbewerbszentrale.de) richten, hieß es.