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"Verbmobil" für Deutschen Zukunftspreis nominiert

23.11.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) entwickelte Simultanübersetzungs-Software "Verbmobil" ist zusammen mit drei weiteren Projekten für den diesjährigen Deutschen Zukunftspreis nominiert. Die auch als "Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation" bekannte Auszeichnung ist mit 500.000 Mark dotiert und wird am 29. November 2001 in Berlin verliehen. Ziel des Preises ist, "die besondere Bedeutung von Spitzenleistungen in Wissenschaft und Technik für die Weiterentwicklung des Landes aufzuzeigen und in einer breiten Öffentlichkeit ein Bewusstsein für diese Werte zu schaffen."

Verbmobil soll bei Telefonaten mit Handys oder ISDN-Telefonen die Gespräche zwischen den Teilnehmern in Englisch, Deutsch, Japanisch oder Chinesisch annähernd in Echtzeit übersetzen können. Das Besondere: Im Gegensatz zu textbasierten Übersetzungsprogrammen ist die Software in der Lage, die frei formulierte, spontane Alltagssprache zu analysieren und zu verstehen. Das Programm berücksichtigt bei der Übersetzung zudem die Sprachmelodie und ist imstande, grammatikalisch eigentlich nicht korrekte Sätze zu korrigieren. Auch Hintergrundgeräusche oder Füllwörter werden erkannt und von der Software automatisch eliminiert.

Ein Test mit 25.000 Übersetzungen habe die Zuverlässigkeit von Verbmobil unter Beweis gestellt, sagte Wolfgang Wahlster, der wissenschaftliche Leiter des Projektes anlässlich einer Präsentation in Seattle (Computerwoche online berichtete). In 90 Prozent der Fälle habe das System den Sinn des Satzes verstanden und korrekt wiedergegeben. Angesichts der außerordentlich komplexen Materie sei bis zur Marktreife aber noch ein langer Weg. (jw)