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USA: Handel verkauft mehr Notebooks als Desktops

02.02.2006
Privatanwender bevorzugen mobile PCs mit Wireless-LAN.

Im vergangenen Jahr sind im US-amerikanischen Einzelhandel erstmals mehr mobile PCs als Desktops verkauft worden. Nach einem Bericht des Marktforschungsunternehmens Current Analysis entfielen 50,9 Prozent der PC-Umsätze auf Notebooks; für 49,1 Prozent kamen Desktops auf. Ein Jahr zuvor war es noch deutlich anders gewesen: 2004 kamen Desktops auf einen Anteil von 57 Prozent. Die Erhebung galt nur den PC-Umsätzen im Einzelhandel, im Wesentlichen Märkte, in denen sich Privatanwender eindecken. Die Zahlen umfassen nicht die Umsätze von großen Direktvermarktern wie Dell, auf welche sich die PC-Einkäufe von Unternehmen konzentrieren.

Der Notebook-Boom kommt nicht überraschend, aber schneller als erwartet. IDC hatte kürzlich seine diesbezüglichen Vorraussagen revidiert: Ursprünglich hatte das Marktforschungsunternehmen eine Umsatzmehrheit für Notebooks im Jahr 2008 möglich gehalten. Inzwischen erwarten die Analysten, dass Notebooks unter Einbeziehung der Einkäufe von professionellen Anwendern schon 2007 an Desktops vorbeiziehen werden.

Das wichtigste Motiv für das sich verschiebende Käuferverhalten dürfte der Preisverfall bei Notebooks sein. In den USA beginnen die Preise bei rund 500 Dollar; recht gut ausgestattete Geräte sind für etwa 1000 Dollar zu haben. Üblich ist längst die WLAN-Fähigkeit der Mobil-PCs, zunehmend eignen sie sich auch für den Gebrauch als Handys. Von dem Wireless-Trend hat vor allem der Centrino-Anbieter Intel profitiert, aber AMD hat im US-amerikanischen Markt zuletzt deutlich aufgeholt. "Wir erleben jetzt eine fundamentale Verschiebung im Käuferverhalten", befindet Sam Bhavnani, ein Analyst von Current-Analysis, zu den Notebooks-Trends. "Wir erwarten, dass der Massenmarkt 2006 von Dual-Core-Prozessoren und 64-Bit-Fähigkeit geprägt wird." (ls)