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US-Justiz vs Oracle: Richter lässt alle Zeugen zu

14.06.2004

Richter Vaughn Walker, der das Verfahren zwischen dem US-amerikanischen Justizministerium und Oracle leitet, hat die Anträge beider Parteien zum Ausschluss von Zeugen der Gegenseite zurückgewiesen. Der Prozess, mit dem die Kartellbehörden versuchen, die feindliche Übernahme von Peoplesoft abzublocken, läuft seit dem 7. Juni dieses Jahres in San Francisco. Im Vorfeld hatten die US-Behörden gefordert, den Oracle-Zeugen Dale Kutnick, Mitbegründer des Marktforschungsunternehmens Meta Group, nicht zuzulassen. Kutnick habe sein Wissen zum Markt nur aus zweiter Hand erhalten und besitze deshalb nicht die Expertise, die ökonomischen Aspekte der Übernahme zu beurteilen, so die Anwälte des Justizministeriums. Oracle-Anwalt Daniel Wall verwies dagegen auf die langjährige Erfahrung des Marktforschers. Dieser

Sicht schloss sich letztendlich auch Richter Walker an und ließ Kutnick als Zeugen zu. Auch die drei Universitätsprofessoren, die Oracle als Zeugen der US-Justiz blockieren wollte, sollen gehört werden. Walker widersprach der Ansicht Walls, die Professoren würden nur an ihren über lange Jahre entwickelten Theorien festhalten und besäßen deshalb nicht die Kompetenz, das derzeitige Marktgeschehen zu beurteilen. (ba)