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Urteil: Itanium verstößt gegen Intergraph-Patente

11.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Im seit Jahren schwelenden Rechtsstreit mit Intergraph musste Intel gestern erneut eine herbe Niederlage einstecken: Ein texanisches Bezirksgericht entschied, dass der Highend-Prozessor "Itanium" gegen gültige Patente des einstigen Wettbewerbers verstößt.

Aufgrund einer zuvor getroffenen Vereinbarung zwischen beiden Streithähnen (Computerwoche online berichtete) kostet Intel das Urteil mindestens 150 Millionen Dollar. Falls der Konzern in einer Berufung ebenfalls verliert oder Intergraphs Technik in Lizenz nimmt, werden nochmals 100 Millionen Dollar fällig. In einem früheren, ähnlich gelagerten Prozess hatte Intel für eine außergerichtliche Beilegung bereits 300 Millionen Dollar an Intergraph gezahlt.

Bei dem von Intergraph eingeklagten Patent geht es um die Parallelverarbeitung von Instruktionen. Entsprechende Technik hatte sich der frühere Workstation-Anbieter für seinen nur kurzfristig in Serie produzierten "Clipper"-Prozessor schützen lassen. Intel ist über den Ausgang des Verfahrens verständlicherweise überhaupt nicht glücklich. "Wir werden den Richter auffordern, seine Entscheidung nochmals zu überdenken", drohte Konzernsprecher Chuck Mulloy. Das Urteil wird in zehn Tagen rechtskräftig; sollte Bezirksrichter John Ward es nicht revidieren, "dann gehen wir in die Berufung", so Mulloy weiter. (tc)