Windows 10

Unerwünschte Installation von Windows-Store-Apps verhindern

Thomas Rieske arbeitet seit Oktober 2002 als freiberuflicher IT-Fachjournalist und Autor. Zu den Themenschwerpunkten des Diplom-Übersetzers zählen unter anderem Computersicherheit, Office-Anwendungen und Telekommunikation.
Windows 10 installiert gelegentlich selbsttätig Anwendungen aus dem Windows Store, die der Nutzer gar nicht beziehen wollte, beispielsweise die Netflix-Streaming-App oder Spiele wie Candy Crush. Diese dynamisch eingefügten Apps lassen sich über Registry-Keys steuern.

Registry-Editor starten

Starten Sie den Registry-Editor, indem Sie in den Ausführen-Dialog regedit.exe eingeben und die Enter-Taste drücken. Die nachfolgende Rückfrage der Benutzerkontensteuerung bejahen sie.

Registry-Schlüssel für Store-Apps löschen

Nun navigieren Sie zum Schlüssel HKEY_CURRENT_USER\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\ContentDeliveryManager. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf diesen Eintrag, und wählen Sie aus dem Kontextmenü den Befehl Löschen. Auf diese Weise wird der Key mit allen Unterschlüsseln entfernt. Damit die neue Einstellung wirksam wird, melden Sie sich anschließend ab und wieder an.

Diese Methode führt allerdings zu einem kleinen Nebeneffekt: Der Bezug von neuen Bildern für den Sperrbildschirm funktioniert nicht mehr. Keine negativen Auswirkungen hat das Vorgehen für die automatischen Updates der Store-Apps, die bereits auf dem Rechner vorhanden sind. Neue Apps, die der Benutzer auf eigenen Wunsch aus dem Store installiert, lassen sich problemlos beziehen.

Default-User für dynamische Apps anpassen

Um die dynamischen Apps für neu anzulegende Benutzerprofile von vornherein zu deaktivieren, müssen Sie den Default User anpassen. Das ist ein spezielles Profil, das als Vorlage für alle neuen Nutzer gilt. Dazu klicken Sie im Registry-Editor auf HKEY_USERS, dann in der Menüzeile auf Datei / Struktur laden. Navigieren Sie auf Ihrem PC zu Benutzer / Default und öffnen Sie die Datei NTUSER.DAT. Falls sie den Pfad nicht sehen, blenden Sie die versteckten und Systemdateien ein.

Digital Leader Award

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Nun vergeben Sie einen Schlüsselnamen, zum Beispiel Default_User. Nach einem Klick auf den OK-Button werden die entsprechenden Einträge importiert. Navigieren Sie zum Key HKEY_USERS\Default_User\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\ContentDeliveryManager\PreInstalledAppsEnabled. Falls dieser DWORD nicht den Wert 0 hat, ändern Sie ihn entsprechend.

Registry für ContentDeliveryManager modifizieren

Auf dieselbe Weise verfahren Sie im gleichen Registry-Zweig mit dem Wert für ContentDeliveryManager\OemPreInstalledAppsEnabled und ContentDeliveryManager\SilentInstalledAppsEnabled.

Dieses Verfahren lässt sich nicht auf bereits bestehende Profile anwenden. Im entsprechenden HKCU-Zweig der Registry zeigt sich infolgedessen keine Wirkung. (hal)