Zukäufe belasten Ergebnis

Umsatzsprung und Gewinnrückgang für Lenovo

21.05.2015
Lenovo schlägt sich weiter gut in der schwächelnden PC-Branche. Auch bei Smartphones ist Lenovo trotz des Zukaufs von Motorola nach Jahren mit tiefroten Zahlen auf Kurs, Gewinne zu schreiben.
Foto: Lenovo

Der weltgrößte PC-Hersteller Lenovo hat im vergangenen Quartal einen kräftigen Umsatzsprung verzeichnet, aber die Zukäufe drückten den Gewinn. Die Erlöse stiegen trotz Gegenwinds durch den starken Dollar im Jahresvergleich um 21 Prozent auf 11,3 Milliarden Dollar, wie Lenovo am Donnerstag mitteilte.

Der Gewinn fiel in dem Ende März abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal aber um 37 Prozent auf 100 Millionen Dollar. Ein Auslöser waren Belastungen im Zusammenhang mit Übernahmen in Höhe von 94 Millionen Dollar. Lenovo muss den Kauf des Handy-Pioniers Motorola und eines Teils des IBM-Servergeschäfts verdauen.

Das PC-Geschäft blieb mit einem Umsatz von 7,2 Milliarden Dollar das wichtigste Standbein von Lenovo. In dem seit Jahren schwachen Markt konnte das Unternehmen den Absatz im vergangenen Quartal um 2,7 Prozent auf 13,3 Millionen Geräte steigern. Das gab den Chinesen einen Marktanteil von 19,5 Prozent. Die Sparte steigerte den operativen Gewinn um elf Prozent auf 391 Millionen Dollar.

Der PC-Markt schrumpft, weil immer mehr Verbraucher und Unternehmen stattdessen zu Smartphones und Tablets greifen. Lenovo konnte in dieser Situation anderen Anbietern Marktanteile abjagen.

Ihre Meinung ist gefragt!

Mit 18,7 Millionen Smartphones blieb Lenovo die weltweite Nummer drei. Der Absatz zu den Spitzenreitern Samsung und Apple ist aber sehr groß. Im gesamten Geschäftsjahr waren es 76 Millionen Geräte - soviel, wie Marktführer Samsung üblicherweise in einem Quartal verkauft. China war nach wie vor der wichtigste Absatzmarkt für Lenovo mit einem Anteil von knapp 60 Prozent.

Lenovo bekräftigte das Ziel, den notorischen Verlustbringer Motorola in maximal einem Jahr profitabel zu machen. Im vergangenen Quartal wurden 7,8 Millionen Motorola-Geräte verkauft. Lenovo hatte Motorola dem Internet-Konzern Google abgekauft, unter dessen Regie die Smartphone-Verkäufe die Erwartungen verfehlten.

Im Geschäft mit Tablets konnte Lenovo den Absatz seiner Modelle mit dem Google-Betriebssystem Android gegen den Markttrend um gut ein Viertel auf zwölf Millionen Geräte steigern. (dpa/mb)