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Trotz FCC-Veto: Satelliten-TV-Anbieter Echostar und Hughes planen weiterhin Fusion

11.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Satelliten-TV-Betreiber Hughes Electronics und Echostar wollen trotz Veto der US-Aufsichtsbehörde Federal Communications Commission (FCC) weiter an der geplanten Fusion zu arbeiten. Die für Rundfunk und Fernsehen zuständige Behörde hatte die rund 18 Milliarden Dollar schwere Übernahme der General-Electrics-Tochter samt Satelliten-TV-Sparte DirectV durch Echostar wegen Wettbewerbsbehinderungen verboten. Die Kartellbehörde befürchtete, dass durch das Merger in jedem Einzelmarkt ein ansonsten lebensfähiger Wettbewerber aufgeben müsse.

Die beiden Konzerne planen nun, ihr Angebot innerhalb der nächsten 30 Tage zu überarbeiten. Nach Ansicht der FCC gäbe es jedoch kaum eine Chance, der Behörde den Deal schmackhafter zu machen: Mit dem Zusammenschluss würde ein Unternehmen mit 18,2 Millionen Zuschauern und einem Anteil von mehr als 95 Prozent im US-Satellitenfernsehmarkt entstehen. Gleichzeitig verhandeln die verhinderten Merger-Partner Ende Oktober mit dem US-Justizministerium. Dieses hatte im vergangenen Monat noch eine Ablehnung der Fusion empfohlen.

Bei einem Scheitern droht Echostar die Zahlung einer Breakup-Gebühr von bis zu 600 Millionen Dollar an Hughes. Diese wird fällig, wenn die Transaktion nicht bis zum 21. Januar 2003 vollzogen ist. Außerdem stehen für die sechs Beraterbanken Erfolgsprämien von über 100 Millionen Dollar auf dem Spiel.

Marktbeobachter erwarten nun, dass Medienmogul Rupert Murdoch eine neuen Versuch startet, DirecTV zu übernehmen. Sein Unternehmen News Corp. hatte im vergangenen Jahr ebenfalls Interesse an dem Sattelitenfernsehbetreiber bekundet, wurde jedoch von Echostar überboten. (mb)