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Transmeta plant Restrukturierung

24.01.2005
Der Stromspar-Chipdesigner Transmeta will Ende März sein Geschäft in Richtung Lizenzierung umbauen. Dies könnte einen Großteil der Belegschaft den Job kosten.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der auf die Entwicklung Strom sparender Prozessoren spezialisierte kalifornische Anbieter Transmeta wird seine Aktivitäten Ende März restrukturieren und sich dann auf die Lizenzierung seines geistigen Eigentums fokussieren. Dabei wird das Unternehmen auch Arbeitsplätze abbauen (derzeit beschäftigt Transmeta knapp 300 Mitarbeiter), um seine Kosten zu senken und womöglich erstmals in seiner Geschichte einen Gewinn auszuweisen.

Aufträge seiner Bestandskunden für "Eficeon"- und "Crusoe"-Prozessoren will Transmeta noch erfüllen, der Schwerpunkt des künftigen Geschäfts wird laut CEO Matthew Perry aber auf der Lizenzierung von Chipdesigns liegen. Die Produktion von Eficeon-Prozessoren mit 130 Nanometer Strukturbreite wird bereits eingestellt, produzieren lässt Transmeta nur noch 90-Nanometer-Eficeons und Crusoes.

Das Unternehmen hat die Investment-Bank Perseus Group mit der Suche nach Partnern beauftragt, die es ihm ermöglichen sollen, seine Kunden weiterhin mit Prozessoren zu beliefern. Zu Spekulationen über einen möglichen Verkauf der gesamten Firma wollte sich Transmeta nicht äußern.

Der kalifornische Anbieter, einst Arbeitgeber von Linux-Vater Linus Torvalds, hat seit ihrem Start inmitten des Dotcom-Hypes im Jahr 2000 rund 600 Millionen Dollar in dem Bemühen verbrannt, Intel namhafte Notebooks-Designs abzujagen. Top-Tier-Anbieter wie Dell oder HP konnte Transmeta aber nie überzeugen, weil die Stromspareffekte seiner Prozessoren angesichts ihrer schwächeren Rechenleistung keine hinreichenden Vorteile für Nutzer boten.

Erfolgreich waren die Transmeta-Chips bislang vornehmlich in Japan, wo es einen größeren Markt für ultraportable Notebooks gibt. Fujitsu und NEC haben Transmetas Technik "Longrun 2" in Lizenz genommen. Seit Freitag letzter Woche gibt es einen dritten Lizenznehmer, dessen Namen Transmeta noch nicht preisgeben wollte. Perry sprach lediglich von einem "weltweiten Consumer-Electronics-Hersteller". Update: Inzwischen ist der dritte Lizenznehmer "enttarnt" - es handelt sich um Sony. Was der Konzern mit Longrun 2 vorhat, ist nicht bekannt.

Wie viele Mitarbeiter Transmeta entlassen muss, ist noch ungewiss. Wer bis zum 31. März bei der Firma bleibt, dem versprach Perry im Entlassungsfall eine Entschädigungszahlung. Seine Zahlen zum vierten Quartal und Fiskaljahr 2004 wird Transmeta laut Perry Ende Februar oder Anfang März vorlegen. (tc)