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Time Warner macht weniger Umsatz

03.11.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der US-amerikanische Medienkonzern Time Warner hat im dritten Quartal knapp acht Prozent weniger verdient als ein Jahr zuvor und stellt aufgrund von Ermittlungen der Regierung eine halbe Milliarde Dollar zurück. Außerdem kündigte das in New York ansässige Unternehmen an, es werde seine Bilanzen für AOL Europe vor dem Jahr 2002 revidieren.

Der Nettogewinn des aktuellen Q3 betrug 499 Millionen Dollar oder elf Cent pro Aktie nach 541 Millionen Dollar oder zwölf Cent je Anteilschein im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Den Quartalsumsatz konnte Time Warner im Jahresvergleich von 9,5 Milliarden Dollar um 4,9 Prozent auf 9,97 Milliarden Dollar steigern.

Seit der Übernahme von Time Warner durch den einstigen Börsen-Highflyer America Online verdaut das Unternehmen den Merger. Noch immer gibt es Unklarheiten im Zusammenhang mit der Bilanzierung von AOL. Außerdem stellt wachsender Konkurrenzdruck durch schnellere und günstigere Internet-Service-Provider die Zukunft der Online-Sparte zusehends in Frage. AOL macht sein Geschäft vornehmlich mit langsamen Modem-Verbindungen

AOL ist darüber hinaus auf der Suche nach geeigneten Übernahmekandidaten. Metro-Goldwyn-Mayer hatte das Unternehmen früher in diesem Jahr an Sony verloren. Nun könnte das Unternehmen - entweder allein oder gemeinsam mit Comcast - das Kabelnetz der bankrotten Adelphia übernehmen. Das "Wall Street Journal" kolportiert ferner Interesse an der niederländischen TV-Produktionsfirma Endemol, die zahlreiche Reality-TV-Formate ausgeheckt hat. (tc)