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Teurer Speicher: Dell leidet unter Taiwan-Beben

20.10.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Direktanbieter Dell Computer Corp. hat Anfang der Woche bekanntgegeben, daß die Gewinne für das dritte Geschäftsquartal (Ende: 31. Oktober 1999) wegen der höheren Speicherpreise niedriger als erwartet ausfallen werden.

Noch vor zwei Wochen hatte der Hersteller die Auswirkungen des Erdbebens in Taiwan heruntergespielt. Das "Wall Street Journal" zitiert nun Dell mit der Aussage, man werde die erhöhten Preise für Speicherchips an die Kunden weitergeben. Trotzdem würden die innerhalb einer Woche um 25 Prozent gestiegenen Chippreise durch die verteuerten PCs allein nicht aufgefangen werden können. Auch könne man die längerfristigen Verträge mit Geschäftskunden nicht an die veränderte Chippreiskalkulation anpassen. Deshalb erwartet das Unternehmen nun niedrigere Gewinne für das dritte Quartal. Analysten gehen davon aus, daß Dells Profite um zwei bis drei Cent unter dem erwarteten Anstieg von 20 Cent pro Aktie liegen dürften.

Hierzulande will Dell die Preise für Systempakete, also komplett ausgestattete Rechner, nicht anheben. Auch Privatkunden müßten trotz der höheren Speicherbausteinpreise nicht mehr für Dell-PCs bezahlen als bisher, hieß es. Allerdings habe man die Preise für Speicheraufrüstungen (Upgrades) um fünf bis zehn Prozent erhöhen müssen.