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Telekom will Inkasso-Gebühren erhöhen

26.07.1999
Mißbrauchsverfahren eingeleitet

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) – Wegen der angekündigten drastischen Erhöhung der Inkassogebühren wollen die Mitbewerber der Deutschen Telekom AG nun ein Mißbrauchsverfahren gegen den ehemaligen Monopolisten bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP) einleiten. Das berichtet der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM). Bislang muß die Telekom Inkassoleistungen für Wettbewerbsunternehmen erbringen und erhält dafür augenblicklich eine Pauschale von 4,5 Prozent vom Umsatz plus 0,7 Pfennig pro Rechnungszeile. Angeblich müssen die Mitbewerber nun ab September einen Mindestbetrag von 80 Pfennig pro Kunde bezahlen – egal wie lange oder wie oft telefoniert wird. Was über die 80 Pfennig hinausgeht, soll wie bisher nach dem alten Prinzip in Rechnung gestellt werden. Jürgen

Grützner, Geschäftsführer des Branchenverbandes, bemängelte gegenüber CW-Infonet, daß dann viele TK-Firmen gerade Gespräche und Internet-Zugang im Call-by-Call-Verfahren, das einen Anteil von über 80 Prozent im Privatkundenbereich ausmacht, nicht mehr anbieten können. "Denn oftmals wären die Inkassokosten höher als die Gesprächskosten."