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Telekom: Wettbewerb um Telefonrechnungen

22.02.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) – Als „massive Wettbewerbsverzerrung“ hat die Deutsche Telekom die Verpflichtung bezeichnet, auch in Zukunft die Telefongebühren der Konkurrenz mit ihren Kunden abrechnen zu müssen. Damit reagierte sie auf ein Urteil der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) in Berlin, wonach weiterhin einheitliche Telefonrechnungen erstellt werden müssen. Ursprünglich hatte die Telekom geplant, ab Mai nicht mehr die Kosten von Fremdgesprächen auf ihrer Abrechnung aufzuführen. Bisher kann sich der Telefonkunde im so genannten Call-by-Call-Verfahren bei jedem Gespräch neu für eine von derzeit mehr als 20 Telefongesellschaften entscheiden.

Eine einheitliche, einfach zu verstehende Telefonrechnung mache einen effektiven Wettbewerb jedoch erst möglich, so die Lobby der Telekom-Wettbewerber, organisiert im Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM). Der VATM will in den nächsten Wochen mit der Telekom und der RegTP eine Übereinkunft für die verbraucherfreundliche Gebührenberechnung auch nach Ende dieses Jahres erzielen. Zu diesem Zeitpunkt müssen nämlich die VATM-Mitglieder einige bislang von der Telekom getätigte Leistungen selbst übernehmen, etwa bei Kundenreklamationen und Mahnungen bis zur gerichtlichen Eintreibung der Gebühren.