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Telekom-Chef Ron Sommer: Milliardenverluste sind Teil der Strategie

06.12.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Telekom-Chef Ron Sommer hat den für das ausklingende Geschäftsjahr erwarteten Milliardenverlust als Folge seiner Wachstumsstrategie verteidigt. Auch in den nächsten Jahren seien insbesondere aufgrund der Milliardeninvestitionen in UMTS keine Gewinne zu erwarten. Der Konzernchef erklärte, für ihn sei primär das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) entscheidend, und das entwickle sich gut. So konnte die Telekom ihr operatives Ergebnis in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15 Prozent steigern, die Umsätze des Konzerns wuchsen sogar um rund zwanzig Prozent (Computerwoche online berichtete).

Die Ertragswende sei damit laut Sommer geschafft. Prognosen zufolge werden die Einnahmen von zirka 49 Milliarden Euro in diesem Jahr bis 2004 auf rund 70 Milliarden Euro ansteigen. Parallel dazu soll das Ebitda-Ergebnis von rund 15 Milliarden auf 21 Milliarden Euro klettern. Dabei soll die Mobilfunktochter T-Mobile ihren Ebitda-Profit von derzeit rund drei Milliarden auf sieben Milliarden Euro steigern, das operative Ergebnis der Dienstleistungssparte T-Systems werde von unter einer Milliarde auf über drei Milliarden Euro wachsen. Von der Internet-Tochter T-Online verspricht sich Sommer dagegen auch in den nächsten drei Jahren noch keinen bedeutenden Beitrag zum operativen Ergebnis des Konzerns.

Rund fünf Milliarden Euro jährlich wird die Telekom unter anderem für den Aufbau des UMTS-Netzes aufwenden. Um die aktuelle Schuldenlast von fast 60 Milliarden Euro zu verringern, hofft das Unternehmen bald mit Liberty Media ins Geschäft zu kommen. Sollte das Kartellamt ein Veto einlegen (Computerwoche online berichtete), gebe es laut Sommer noch genügend andere Interessenten. Eine Preissenkung komme jedoch nicht in Frage.