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T-Online will künftig mehr zur Kasse bitten

14.05.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Noch in diesem Jahr will T-Online neue kostenpflichtige Content- und E-Commerce-Angebote herausbringen, um seine Einnahmen in diesem Bereich zu mehren. Bislang erwirtschaftet die Telekom-Tochter noch 87 Prozent ihres Umsatzes mit dem Zugangsgeschäft. "Bis zum Jahr 2003 soll dieser Anteil 70 Prozent betragen, während das Portalgeschäft - also E-Comemrce und Werbung sowie vor allem kostenpflichtige Inhalte - von derzeit 13 Prozent auf über 30 Prozent erhöht werden", erklärte Thomas Holtrop, Vorstandsvorsitzender von T-Online, gegenüber der Tageszeitung "Die Welt". Die "Kostenlos-Kultur" im Internet werde nicht überleben, so Holtrop weiter. Künftig sollen daher Gebühren auf qualitativ hochwertige Angebote erhoben werden. Derzeit testet T-Online verschiedene Konzepte.

Im Rahmen des bereits im März angekündigten Ziels, zum Internet-Medienhaus zu mutieren, liebäugelt T-Online offenbar zudem mit einer Übernahme seiner Schwestergesellschaft DT-Medien. Zu dem Gelbe-Seiten-Geschäft, das ebenfalls der Deutschen Telekom gehört, hat der Online-Dienst bereits über das Joint Venture T-Info Zugang. "Wenn der Preis stimmt, wären wir sehr an einer Akquisition interessiert", sagte Holtrop gegenüber der britischen Tageszeitung "Financial Times". Mit einem Gelbe-Seiten-Portal könnte der defizitäre Online-Dienst wichtige Einnahmequellen erschließen. Der französische Internet-Service-Provider Wanadoo, an dem die France Télécom beteiligt ist, hat im vergangenen Jahr beispielsweise bereits die Hälfte seiner Werbeeinnahmen mit dem Gelbe-Seiten-Portal Pagesjaunes.fr erwirtschaftet.

Generell plant T-Online bis zu fünf Content-Partnerschaften in diesem Jahr, die bis spätestens Anfang 2002 gegen Gebühren zur Verfügung stehen sollen.