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Sun investiert in Java Desktop System

01.06.2004

Auf einer Kundenveranstaltung in Shanghai nutzte Sun Microsystems die Gelegenheit, die Vorzüge seines "Java Desktop System" (JDS) herauszustellen. Neben der Linux-Version soll offenbar auch eine Variante auf Basis des hauseigenen Unix-Derivats Solaris auf den Markt kommen.

Mit JDS bietet Sun ein integriertes Softwarepaket an, das neben dem Linux-Betriebssystem unter anderem den Mozilla-Browser, den Mail-Client "Ximian Evolution" sowie das Star-Office-Büropaket umfasst. Die Kalifornier erhoffen sich damit nicht zuletzt, die Abhängigkeit vom schwächelnden Server-Geschäft zu verringern.

In der seit Mai verfügbaren Version 2.0 erweiterte der Hersteller das Paket unter anderem um die Entwicklungsumgebung "Java Studio" für C/C++-, Fortran- und Java-Software. Zu einem späteren Zeitpunkt soll auch "Java Studio Creator" für die visuelle Java-Entwicklung hinzukommen. Das Produkt soll ferner den "Java Desktop Systems Configuration Manager" enthalten, mit dem Nutzer den Zugriff auf Netze und andere Ressourcen verwalten können.

Nach Angaben von Softwarechef John Loiacono wird JDS 2.0 künftig auch in einer Variante für das hauseigene Solaris-Betriebssystem auf den Markt kommen. Vor allem gegen Microsoft will Sun mit dem Desktop-System punkten. Absatzmöglichkeiten sieht das Management besonders in China und anderen asiatischen Staaten. Nach Unternehmensangaben hat die Volksrepublik China bereits 800.000 JDS-Lizenzen geordert.

Allerdings tritt Sun damit auch gegen die Dektop-Angebote aus dem Lager der Linux-Protagonisten an, darunter die von Novell aufgekaufte Suse Linux AG. Erst kürzlich hatte der im US-Markt führende Linux-Distributor Red Hat eine Desktop-Initiative für Unternehmenskunden vorgestellt. (wh)