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Sun arbeitet an "Fast Web-Services"

22.09.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Auf der Konferenz SunNetwork in San Francisco in der vergangenen Woche gewährten Forscher von Sun Microsystems Einblick in das Projekt "Fast Web-Services". Dessen Ziel ist es, Performance-Probleme von bestehenden Web-Services-Standards zu beseitigen. Sun setzt hierbei vor allem auf binäre Kodierung der übers Netz geschickten Inhalte anstelle von als Text verschicktem XML-Content (Extensible Markup Language).

"Unsere Technik verbessert sowohl die Übertragungsgeschwindigkeit, weil weniger Daten über das Netz fließen, als auch die Verarbeitungsgeschwindigkeit beim Sender und Empfänger. Das Format braucht weniger Rechenzeit als XML", versprach Marc Hadley, Senior Staff Engineer der Sparte Web Technologies, Products and Standards. Ein Prototyp von Fast Web-Services soll Anfang 2004 über das Java Web Services Developer Pack verteilt werden.

Die selbstbeschreibende Natur von XML geht bei Suns Ansatz allerdings verloren. Fast Web-Services soll XML-Messaging aber auch keineswegs ersetzen, sondern gegebenenfalls dort den Vorzug erhalten, wo Geschwindigkeit eine zentrale Rolle spielt. Die neue Technik soll sowohl Java- als auch andere Plattformen unterstützen - Microsofts .Net ist die andere dominierende Web-Services-Architektur - und auch mobile Endgeräte einschließen.

Für Entwickler soll der Aufwand möglichst gering gehalten werden. Existierende WSDL-Konzepte (Web Services Description Language) wie SOAP-Binding und XML Schema bleiben erhalten, da Fast Web-Services laut Sun Netzstandards und -techniken nutzt, die keine Änderungen an WSDL voraussetzen. Dazu gehört die Abstract Syntax Notation One (ASN.1), eine aus der TK-Welt stammende binäre Entsprechung zu XML Schema. Sun hat bereits mit dem ASN.1-Tool-Anbieter OSS Nokalva bei der ITU-T/ISO den Standardentwurf "X.695" vorgelegt, der ASN.1-Support für SOAP, Web-Services und XML regeln soll.

Ein Java-Prototyp für End-to-end-Fast-Web-Services wurde bereits für JAX-RPC 1.1 (Java API for XML-based Remote Procedure Calls), JSR-101 sowie JSR-31 (Java Specification Request) implementiert. Auch für J2ME-Web-Services (Java 2 Micro Edition) gibt es schon eine Umsetzung. Fast Web-Services umfasst darüber hinaus "Fast Infoset", eine alternative binäre Serialisierung für XML, sowie "Fast Schema", ein optimiertes Format zur Übertragung von in einem XML-Schema übertragenen Daten. Dieses nutzt laut Sun-Mann-Hadley beim Sender und Empfänger vorhandene Schema-Kenntnisse, um aus den versendeten Messages redundante Daten zu löschen. (tc)