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Studie: Milliardenverlust durch Prepaid-Verträge

19.04.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - So genannte Prepaid-Angebote haben die deutschen Mobilfunkunternehmen bis zu drei Milliarden Mark gekostet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Hamburger Unternehmensberatung Putz & Partner. Dem Bericht zufolge haben die hohen Subventionen für die Handys mit im voraus bezahlter Telefonkarte nicht nur Betrüger angelockt sondern zudem Marktdaten verzerrt. Laut Geschäftsführer Volker Putz gehen etwa 80 Prozent des Marktwachstums im Jahr 2000 auf den Verkauf der Prepaid-Handys zurück. Fünf bis sechs Millionen der zirka 50 Millionen Mobilfunkteilnehmer seien in Deutschland jedoch nur "Karteileichen".

Betrüger hätten die Geräte in großer Zahl gekauft, um dann die Karten herauszulösen und zu Schleuderpreisen anzubieten. Die Mobiltelefone seien vorwiegend in Osteuropa verkauft worden. Der Unternehmensberater schätzt, dass rund zwei Drittel aller abgeschlossenen Verträge in den vergangenen beiden Jahren zu solchen Zwecken missbraucht wurden. Bei der Schadensberechnung für die Unternehmen geht Putz davon aus, dass die Netzbetreiber bei den Angeboten einen Zuschuss von 300 bis 500 Mark pro Teilnehmer für Gerät und Händlerprovision gewähren. Daraus ergibt sich bei fünf bis sechs Millionen Kunden ein Schaden von 1,5 bis 3 Milliarden Mark.