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Steigt Vodafone bei Swisscom-Tochter ein?

06.11.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Presseberichten zufolge übernimmt der britische Telekommunikationskonzern Vodafone eine Mindestbeteiligung an der Swisscom-Tochter Mobile Com. Da das Schweizer Mobilfunkunternehmen zuerst noch in eine eigenständige Aktiengesellschaft umgewandelt werden müsse, könne die Übernahme vorerst nur in einer gemeinsamen Absichtserklärung festgeschrieben werden. Die Beteiligung werde zwischen 20 und 30 Prozent, in jedem Fall aber unter 50 Prozent liegen. Die geplante Allianz soll vom Bundesrat am Mittwoch abgesegnet werden.

Swisscom ist zu 65,5 Prozent im Besitz des Bundes. Nach Schweizer Recht muss der Staat die Mehrheit an dem Unternehmen und seinen wichtigen Konzerntöchtern halten. Die Regierung ist bereit auf eine Mehrheit zu verzichten. Dies bedarf jedoch einer Gesetzesänderung, deren Realisierung zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen dürfte. Außerdem stoßen die Pläne im Parlament auf Widerstand. Der Einstieg von Vodafone bei Mobile Com käme möglicherweise gerade noch rechtzeitig vor der Versteigerung der UMTS-Lizenzen in der Schweiz zu Stande, die am 13. November beginnen soll.

Nach Angaben des Vorstandschefs der T-Mobile International AG, Kai-Uwe Ricke, ist es immer noch nicht entschieden, ob sich auch die Deutschen in der Schweiz für die Lizenzen der dritten Generation bewerben. Wie Ricke weiter mitteilte will die Deutsche Telekom jedoch in Europa weitere UMTS-Lizenzen erwerben. "Wir konzentrieren uns auf jene Länder, in denen wir bereits Kunden haben", so der T-Mobile-Sprecher. Insgesamt gehe es um zehn Länder, darunter auch einige in Osteuropa. Geprüft wird derzeit eine UMTS-Bewerbung in Frankreich und Portugal. Eine Teilnahme in Belgien schließt Ricke mit hoher Wahrscheinlichkeit aus. Erst vergangenen Freitag hatte die Telekom-Tochter Max.mobil eine Lizenz in Österreich ersteigert.