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SSA GT überdenkt Börsengang

07.10.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der US-amerikanische ERP-Anbieter SSA Global Technologies (SSA GT) plant Presseberichten zufolge für kommendes Frühjahr den IPO (Initial Public Offering). "Wir diskutieren einen möglichen Börsengang für April oder Mai, um 400 bis 500 Millionen Dollar aufzunehmen", sagte CEO Michael Greenough der "Financial Times Deutschland". Mit den IPO-Erlösen und zusätzlichen rund 350 Millionen Dollar aus Anleihen sollen weitere Zukäufe finanziert werden. Derzeit sei das im Besitz von Cerberus Capital Management und General Atlantic Partners (GAP) befindliche Unternehmen jedoch noch damit beschäftigt, die Baan-Übernahme abzuschließen, so Greenough. Spätestens ab Februar stehe jedoch eine weitere große Akquisition an, so der Chef von SSA GT. Seine Company interessiere sich dabei insbesondere für ERP-, CRM- und SCM-Anbieter.

Greenoughs Ziel ist es, aus SSA GT mit Akquisitionen und organischem Wachstum innerhalb der nächsten zwölf Monate einen Konzern mit mindestens einer Milliarde Dollar Jahresumsatz und einem Marktanteil von 40 Prozent im Mittelstandssegment zu machen. Zum Vergleich: Im Ende Juli abgeschlossenen Geschäftsjahr 2002/2003 hatten die Einnahmen 285,4 Millionen Dollar betragen, das entspricht einem Plus von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. "SSA GT soll die logische Alternative zu SAP sein", so Greenough gegenüber der FTD.

Wegen der Erholung an den Kapitalmärkten liebäugelt nicht nur SSA GT mit einem Börsengang. Presseberichten zufolge erwägt auch der CRM-Spezialist und Siebel-Konkurrent Salesforce.com im kommenden Jahr ein IPO. Um frisches Kapital für seine Expansionspläne zu erhalten, ist außerdem der kleinere Wettbewerber Netsuite, übrigens im Mehrheitsbesitz von Oracle-Chef Larry Ellison, einem Going Public nicht abgeneigt. (mb)