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Spekulationen um Massenentlassungen bei Novell

24.10.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Bei Novell sind möglicherweise 1000 oder mehr Stellen gefährdet. Wie der Branchendienst "Cnet" aus nicht genannten Quellen erfahren haben will, plant der zuletzt kränkelnde US-Softwareanbieter noch vor Ende des laufenden Geschäftsjahres am 31. Oktober bis zu 20 Prozent der 5.800 Mitarbeiter zu kündigen. Den Informanten zufolge wird es höchstwahrscheinlich Stellenstreichungen im Umfeld der 2002 mit der Übernahme von Silver Stream Software erworbenen "Extend"-Produktlinie geben. Außerdem wolle sich Novell aus weniger erfolgreichen Regionen zurückziehen und die Vermarktung Partnern überlassen.

Das Unternehmen aus Waltham, Massachusetts, steht spätestens seit dem 25. August unter enormem Druck, als es die Wall Street mit einem Einbruch des Quartalsgewinns um 91 Prozent auf 2,1 Millionen Dollar schockiert hatte (siehe auch: "Novell-Gewinn schrumpft um 91 Prozent"). Damals hagelte es insbesondere von Credit Suisse First Boston (CSFB) Kritik. Die Investmentbank forderte in einem offenen Brief die Aufgabe von Geschäftsteilen und Veränderungen im Management (siehe auch: "Credit Suisse kritisiert Novells Management"). Auch Blum Capital Partners, Großaktionär von Novell mit mehr als fünf Prozent, erklärte sich unzufrieden mit den Ergebnissen und empfahl eine stärkere Fokussierung auf die Bereiche Linux und Identity-Management sowie den Verkauf von Geschäftsfeldern (siehe: "Erneute Forderung nach Strategiewechsel bei Novell").

CEO Jack Messman hatte bereits Anfang des Monats angekündigt, dass die Kostenstruktur im Rahmen der Planungen für das neue Geschäftsjahr besser an die Strategie angepasst werde. In nun veröffentlichen Briefen an Blum bestätigte der Topmanager außerdem, dass er die Beratungssparte Celerant nicht zu Novells Kerngeschäft zähle. Er plane, den Bereich zu verkaufen, wenn Markt- und andere Bedingungen es zuließen. Die Bereiche Groupwise und Zenworks bezeichnete Messman dagegen als strategisch wichtig. (mb)