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Soziale Netzwerke versorgen Unternehmen mit Wissen

06.06.2007
Eine Umfrage aus den USA zeigt, das Firmenmitarbeiter sich zusehends über Social Networks austauschen, und dass auch zum Nutzen ihres Unternehmens.

Galten soziale Netzwerke wie Myspace.com bisher in erster Linie als Tummelplatz für auskunftfreudige Jugendliche, scheint sich diese Wahrnehmung zumindest in den USA zu ändern. Diesen Eindruck vermittelt eine aktuelle Umfrage unter 323 US-amerikanischen Unternehmen durch das Beratungs- und Marktforschungshaus Institute for Corporate Productivity. Sie ergab, dass rund 63 Prozent aller Befragten mittlerweile soziale Netzwerke wie Myspace.com, Yahoo 360 und vor allem LinkedIn nutzen.

Interessant ist nun, dass dies nicht allein aus privaten Gründen geschieht. So gaben zwar 35 Prozent der Firmenvertreter an, über solche Netzwerke einen neuen Job zu suchen, doch 52 Prozent erklärten, dass Social Networks für sie ebenso auch ein Weg sei, um Kollegen am Firmensitz sowie externen Mitarbeitern zu verbinden (siehe auch "Web 2.0 erreicht den Arbeitsmarkt"). Für 47 Prozent der Teilnehmer seien solche Plattformen außerdem geeignet, Neukunden zu akquirieren und das eigene Unternehmen darzustellen.

Laut der Marktforscher gehe es in solchen Web-Gemeinden also nicht mehr nur um die bloße Präsenz und "Kontaktpflege", sondern auch darum, das Wissen in den Unternehmen zu vermehren. So verwendet über die Hälfte der Befragten Social Networks um praktische Erfahrungen (Best Practices) mit Berufskollegen auszutauschen, 49 Prozent gaben an, in der Community gezielt nach Antworten auf aktuelle Probleme zu suchen. Dieser mögliche Mehrwert könnte nach Ansicht von Experten der entscheidene Faktor sein, um Social Networking in der Unternehmenskultur zu etablieren. (siehe auch "Welche Skills im Jahr 2010 wichtig sind")

Es gibt allerdings auch kritische Stimmen zu LinkedIn & Co. So sagten 59 Prozent derjenigen Firmenvertreter, die nicht in Social Networks aktiv sind, dass sie bezweifeln, dass die Teilnahme sie beruflich weiterbringt. Für 37 Prozent von ihnen ist zudem nicht klar, welches Netzwerk für sie das passende Forum wäre. Grundsätzlich wären aber 77 Prozent der Abstinenzler durchaus bereit, sich über Social Networks zu verlinken. Man müsse ihnen nur halt beweisen, dass sich dadurch die Effizienz des eigenen Unternehmens steigern lässt (Auch gibt es mittlerweile Sicherheitsbedenken gegen über Social Networking). (as)