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Sony Ericsson bekommt noch einmal 300 Millionen Euro

30.01.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Ericsson und Sony pumpen noch einmal 300 Millionen Euro in ihr bislang glückloses Handy-Joint Venture Sony Ericsson. Der schwedische Mobilfunkkonzern hatte seine anerkannt gute Technik im Oktober 2001 in das Gemeinschaftsunternehmen ausgelagert in der Hoffnung, dank Sony anerkannt gut geölter Marketing-Maschine seine Marktanteile auszubauen. Seinerzeit kamen beide Firmen auf zusammen rund neun Prozent Marktanteil. Trotz guter Noten für das Smartphone "T68i" ist dieser seither auf etwa fünf Prozent gefallen.

Ericsson hatte im vergangenen Jahr erklärt, rund zehn Prozent Market Share seien die Voraussetzung für einen Break-even von Sony Ericsson. Inzwischen wurde diese Grenze auf sieben Prozent reduziert. Im vierten Quartal hat Sony Ericsson bei Einnahmen von 1,24 Milliarden Euro einen Verlust von 69 Millionen Euro gemacht. Für die 15 Monate seit Gründung des Joint Ventures summiert sich der Fehlbetrag damit auf gut 410 Millionen Euro. In den letzten drei Monaten 2002 lieferte Sony Ericsson 7,1 Millionen Geräte aus, was einem Marktanteil von sechs Prozent entspricht. Das bereits zur CeBIT 2002 vorgestellte Highend-Smartphone "P800" kleckert allerdings erst in diesen Tagen langsam in den Markt.

Die Finanzspritze von nochmals je 150 Millionen Euro von Sony und Ericsson könnte die letzte sein, mutmaßt Gartner-Analyst Ben Wood. "Dies wird das Make-or-Break-Jahr für Sony Ericsson", erklärte der Experte. Die Logik der Partnerschaft sei noch intakt, so Wood. "Ich verstehe nicht, warum sie das nicht umsetzen." Der Gartner-Mann hält zehn Prozent Marktanteil, wie ihn etwa Samsung im vergangenen Jahr erreicht hatte, für die kritische Masse: "Ab diesem Punkt kann man die Economies of Scale ausnutzen". (tc)