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Sony einigt sich mit deutschem "Walkman"-Erfinder

01.06.2004

Nach mehr als 20 Jahren hat Sony still und heimlich einen Patentstreit um den "Walkman" beigelegt. Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet, soll der japanische Elektronikkonzern dem deutschen Erfinder des "Walkman", Andreas Pavel, zur Beilegung des Rechtstreits einige Millionen Euro bezahlt haben.

Der inzwischen 59-jährige Pavel hatte 1977, zwei Jahre, bevor Sony den ersten Walkman auf den Markt brachte, mit dem "Stereobelt" ein ähnliches mobiles Hi-Fi-Gerät entwickelt und die "körpergebundene Kleinanlage für die hochwertige Wiedergabe von Hörereignissen" zum Patent angemeldet. Als der studierte Philosoph bei den Japanern 1980 einen Anteil an den Walkman-Verkaufserlösen einforderte, entwickelte sich ein langwieriger Rechtstreit. Erst mit dem Tod des Konzernchefs Akio Morito vor fünf Jahren - dieser hatte sich öffentlich als Erfinder des "Walkmans" gerühmt - wurde der Weg für eine Einigung frei. Das Verfahren war den Sony-Managern offenbar so peinlich, dass sie erst nach mehr als drei Monaten die außergerichtliche Beilegung des Streits bestätigten.

Wie der "Spiegel" weiter berichtet, will Pavel nach Sony jetzt auch gegen andere Walkman-Hersteller vorgehen, einschließlich iPod-Anbieter Apple. (mb)