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Siemens will Paderborner Werk verkaufen

10.09.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Noch vor dem Start der Allianz mit dem Fujitsu-Konzern will sich Siemens von seiner Produktion am Standort Paderborn trennen. Robert Hoog, künftiger Vorstand des deutsch-japanischen Joint-ventures, hatte auf einer Betriebsversammlung in Paderborn angekündigt, man wolle das Werk an einen Contract Manufacturer abtreten. Wie CW Infonet aus Unternehmenskreisen erfuhr, sind sinkende Absatzzahlen bei den "RM"-Unix-Servern und kleineren BS2000-Maschinen ein Grund für die Entscheidung. Das Werk sei deswegen nicht mehr voll ausgelastet. Beide Produktlinien sollen aber fortgeführt und vom Käufer der Fertigungsstätte im Auftrag gebaut werden.

Betroffen sind die Bereiche Produktion und Logistik des ICP-Unterbereichs (Information & Communication Products) Computer Systems mit rund 650 Mitarbeitern, deren Arbeitsplätze allerdings erhalten bleiben sollen. In den vergangenen zwölf Monaten hatte Siemens bereits 500 von zuvor 1500 Paderborner Computer-Systems-Arbeitsplätze abgebaut. Weil die Verkaufsgespräche in diesem Monat wahrscheinlich nicht mehr abgeschlossen werden könnten, will man das Paderborner Werk kurzzeitig mit in das Gemeinschaftsunternehmen Fujitsu Siemens Computers einbringen und bis zum endgültigen Verkauf "zwischenparken".