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SEC erwirkt interne Untersuchung bei Siebel

12.05.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der interne Prüfungsausschuss des CRM-Softwarehauses (Customer Relationship Management) Siebel Systems geht derzeit der Frage nach, ob das Unternehmen ausgewählten Analysten exklusiv wichtige Informationen zukommen ließ und damit gegen die "Fair-Disclosure"-Anordnung der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) verstieß. Die SEC habe Siebel am vergangenen Mittwoch aufgrund eines Artikels bei "CBS Marketwatch" angerufen, heißt es in einer Mitteilung des Herstellers. Marketwatch hatte berichtet, die Aktie von Siebel sei am 1 Mai um acht Prozent gestiegen, nachdem sich Manager der Firma mit Wall-Street-Analysten zum Lunch getroffen hatten. Siebel erklärte wiederum gegenüber Marketwatch, bei dem besagten Mittagessen seien lediglich Informationen wiederholt worden, die schon zuvor öffentlich diskutiert worden waren.

Siebel gerät bereits zum zweiten Mal bezüglich der Fair-Disclosure-Regelung ins Visier der Börsenaufsicht. Im vergangen Jahr zahlte das Unternehmen - wie in solchen Fällen üblich ohne Schuldeinständnis - 250.000 Dollar Strafe, weil CEO (Chief Executive Officer) Tom Siebel auf einer Goldman-Sachs-Konferenz nur für geladene Gäste seine Firma positiv dargestellt hatte, woraufhin die Siebel-Aktie an einem Handelstag um 20 Prozent zulegte. Im vergangen November hatte Siebel deswegen bei der SEC eine Unterlassungserklärung unterzeichnet. Die aktuelle Überprüfung wollte das Unternehmen mit Blick auf die laufende Ermittlung nicht kommentieren. (tc)