Ubuntu-Distribution

Screenshots per Shortcut in bestimmtem Ordner in Ubuntu Linux speichern

02.08.2019
Von 
Thomas Rieske arbeitet seit Oktober 2002 als freiberuflicher IT-Fachjournalist und Autor. Zu den Themenschwerpunkten des Diplom-Übersetzers zählen unter anderem Computersicherheit, Office-Anwendungen und Telekommunikation.
Wer regelmäßig viele Bildschirmfotos erstellen muss, etwa für Dokumentationen, möchte meist so viele Schritte wie möglich automatisieren. Ein schlankes Kommandozeilen-Tool unterstützt den User dabei. Bevor man es produktiv einsetzt, empfiehlt sich aber ein ausführlicher Test inklusive aller erforderlichen Parameter.

Scrot-Utility installieren

Wer eine flexible Lösung sucht, sollte die Aufgabe dem kostenlosen Utility Scrot übertragen. Die nachfolgenden Schritte beziehen sich auf Ubuntu Linux, zu finden ist der Helfer aber in den Repositories aller bekannteren Distributionen.

Für die Installation öffnen Sie zuerst ein Terminal und geben den Befehl sudo apt-get install scrot ein. Nach Angabe Ihres Passworts lädt das Setup alle erforderlichen Pakete herunter und richtet sie ein. Eine rasche Übersicht, wie Scrot funktioniert, erhalten Sie mit scrot -h. Mehr Details verrät die Man-Page, die sich per man scrot aufrufen lässt.

Scrot-Tool anwenden

Im einfachsten Fall geben Sie nur das Kommando Scrot ohne weitere Optionen ein. Dann wird das Bildschirmfoto im aktuellen Verzeichnis gespeichert, der Dateiname setzt sich aus einem Zeitstempel und den Abmessungen in Pixeln zusammen.

Scrot-Utility mit Optionen nutzen

In der Regel benötigt man aber mehr Flexibilität und muss Scrot über Parameter steuern. Das Tool erlaubt unter anderem den Einsatz von Platzhaltern für den Dateinamen. Zudem kann es mithilfe von Optionsschaltern den Screenshot an andere Anwendungen beziehungsweise Befehle weiterleiten, wie dieses Beispiel zeigt:

scrot -s '%d-%m-%Y_%T_screenshot.jpg' -e 'mv $f ~/Screenshots/'

Scrot-Parameter im Detail

Hierbei ermöglicht -s die interaktive Auswahl eines Fensters, das als Screenshot gespeichert werden soll. Sobald der Nutzer auf das gewünschte Fenster geklickt hat, speichert Scrot das Bildschirmfoto unter dem in Hochkommas stehenden Namen im aktuellen Verzeichnis. %d steht für den Tag, %m für den Monat, %Y für das Jahr und %T für die sekundengenaue Zeit der Aufnahme.

Zum Schluss bewirkt der Parameter -e, dass der Screenshot an den Befehl move (hier in der Kurzform mv) übergeben wird. Dieser verschiebt über die Variable $f, die Dateipfad und -namen enthält, das Bildschirmfoto in das Home Directory des Benutzers unter Screenshots.

Tastenkürzel unter Scrot zuweisen

Nachdem Sie Ihren individuellen Scrot-Befehl zusammengestellt und getestet haben, folgt der leichtere Teil: die Zuweisung zu einem Tastenkürzel. Unter Gnome öffnen Sie hierzu über die Ubuntu-GUI die Einstellungen und navigieren zu Geräte / Tastatur. Im Abschnitt Eigene Tastenkürzel klicken Sie nun auf das Plus-Zeichen. Das anschließend geöffnete Fenster enthält zwei Felder, in die Sie den Namen und Befehl eintragen. Danach klicken Sie noch auf die Schaltfläche Tastenkombination festlegen, drücken auf Ihrer Tastatur die gewünschte Kombination und wählen abschließend Hinzufügen - fertig.

Ab sofort müssen Sie lediglich noch den Shortcut aufrufen, um mit Scrot automatisch Screenshots anzufertigen. (hal)