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Schwacher Aktienhandel setzt Consors zu

07.05.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Consors Discountbroker AG gelang es, den Verlust im ersten Geschäftsquartal 2002 gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu verringern. Das Nettodefizit fiel um rund zwei Millionen Euro von 15,6 Millionen oder 33 Cent pro Aktie auf 13,5 Millionen Euro beziehungsweise 28 Cent je Anteil. Das vor kurzem von BNP Paribas mehrheitlich übernommene Unternehmen (Computerwoche online berichtete) wird in seinen Bemühungen um Rentabilität allerdings von dem anhaltend schwachen Börsenumfeld gebremst. So sank die Anzahl der Trades um rund 43 Prozent von 2,47 auf 1,5 Millionen, entsprechend minderte sich auch der erzielte Provisionsüberschuss um 44 Prozent auf 23,4 Millionen Euro (Vorjahr: 42,1 Millionen Euro). Die operativen Erträge gingen von 56,4 Millionen auf 34,3 Millionen Euro zurück.

Wie das Unternehmen mitteilte, konnte der Rückgang jedoch erheblich durch das im vergangenen Jahr eingeleitete Restrukturierungsprogramm "Fit for Future" aufgefangen werden. So wurden die Betriebskosten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 35 Prozent von 80,6 Millionen auf 52,6 Millionen Euro reduziert. Unter anderem senkte Consors die Personalaufwendungen um 19 Prozent auf 18,9 Millionen Euro, die Marketing-Kosten wurden um 80 Prozent auf 2,3 Millionen Euro heruntergefahren. Der geringere Werbeaufwand trug neben den schwachen Börsen und anderen Faktoren aber dazu bei, dass die Zahl der Kunden nur um rund 6000 anstieg, Ende März hatte der Online-Broker noch einen Zuwachs von 58 000 Kunden bis Jahresende prognostiziert. Auf anstehende Liquiditätsprobleme weisen außerdem die innerhalb eines Quartals auf 6,8 Millionen Euro geschmolzenen Barreserven hin, zum Jahreswechsel meldete Consors noch 27,5 Millionen Euro. (mb)