Apps starteten DDoS-Angriffe

Schon wieder: Google entfernt 300 Malware-Apps

Redakteur bei PC-Welt
Vor wenigen Tagen kickte Google 500 Apps. Nun sind noch einmal 300 dran. Die kaperten nämlich die Smartphones ihrer Opfer.
300 Apps im Play Store kaperten die Smartphones der Opfer und missbrauchten sie für DDoS-Angriffe.
300 Apps im Play Store kaperten die Smartphones der Opfer und missbrauchten sie für DDoS-Angriffe.
Foto: Reynier Benitez - shutterstock.com

Erst vor wenigen Tagen hatte Google rund 500 Apps aus dem Play Store für Android gekickt, weil sie die Nutzer ausspionierten. Nun folgen 300 weitere Android-Apps, wie unter anderem The Verge berichtet. Die jüngsten 300 richteten aber noch Schlimmeres an. Sie kaperten das Smartphone des Opfers und missbrauchten es für geheime DDoS-Attacken. Als Teil eines Botnetzes namens WireX legten die ahnungslosen Smartphone-Besitzer dann fremde Webseiten oder Infrastruktur lahm.

Der Hosting-Gigant Akamai bemerkte WireX als Erster. Ein Kunde wurde von hunderttausenden IP-Adressen zugleich mit Anfragen bombardiert - aus dem WireX-Botnetzwerk. Google geht von 70.000 infizierten Geräten in 100 Ländern aus, die zusammen WireX bilden. Ein Team aus Experten von Akamai und anderen Hostern widmet sich derzeit dem Kampf gegen das Botnetz. Man geht davon aus, dass WireX schon seit dem 2. August bestehen könnte. Allerdings wurde man erst am 17. August durch eine größere Angriffswelle auf die neue Bedrohung aufmerksam. Die Experten raten angegriffenen Firmen, Details der Angriffe weiterzugeben, damit man so die Arbeitsweise des Botnetzes besser verstehen lernen könne. Es sei auch keine Schande um Hilfe zu bitten. Denn zumeist könne man die Tatsache, unter DDoS-Beschuss zu stehen, sowieso nicht verbergen.

Die Gefahr durch DDoS-Attacken ist nicht zu unterschätzen und nimmt immer größere Ausmaße an. Vor nicht einmal einem Jahr ereignete sich die bis dahin größte DDoS-Attacke der Geschichte. 1,5 Terabit pro Sekunde hagelten auf einen französischen Provider ein, nur wenige Tage nach der bis dahin größten DDoS-Attacke der Geschichte. Das Problem wird verstärkt durch immer mehr Geräte, die im Internet hängen - etwa Überwachungskameras oder Haushaltsgeräte. Auch diese lassen sich kapern und in ein Botnetz eingliedern. Wer DDoS-Tools entwickelt, hat mit Haftstrafen zu rechnen.

Schützen können Sie sich nur bedingt. Laden Sie keine unseriösen Apps oder Programme herunter. Halten Sie Ihre Systeme mit Patches auf dem neuesten Stand.