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Sapphire: Plattner predigt Offenheit

23.04.2001
SAP-Chef Hasso Plattner beschwor in seiner Keynote zur Sapphire in Lissabon eine Renaissance seines Unternehmens. Die "New New Economy" erfordere offene, flexible und komponentenbasierte Softwarelösungen.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - "Wir sind zurück in der Realität. Die Schwerkraft wirkt wieder". Mit diesen Worten eröffnete SAP-Vorstandssprecher Hasso Plattner heute vormittag seine Keynote auf der Sapphire 2001 in Lissabon. Viele Unternehmen der so genannten New Economy seien angeschlagen oder bereits vom Markt verschwunden. Das habe der SAP letztlich aber mehr genutzt als geschadet, erklärte der Mitgründer der Walldorfer Softwareschmiede.

In der Hochphase des Internet- und E-Business-Hype habe es zeitweilig so ausgesehen, als habe SAP den Anschluss verloren. Nun, im Zuge einer "New New Economy", die eigentlich nicht anderes sei als die gute alte Old Economy, könne SAP beweisen, dass Software nicht überflüssig sei und betriebswirtschaftliche Standardsoftware wie Mysap.com die Grundlage künftigen, soliden E-Business darstelle. Unternehmen seien zunehmend komplexer und könnten nicht allein auf gehostete ASP-Services bauen. Das Internet sei zwar bedeutsam, jedoch zuvorderst ein Kommunikationsmittel, das es Menschen wie Maschinen ermögliche, ihre Partner jederzeit direkt zu erreichen.

"Wir haben Fehler gemacht", bekannte Plattner rückblickend auf R/2 und R/3. Künftig müsse man Standardsoftware so gestalten, dass man sie an sich verändernde Anforderungen anpassen könne, ohne sie komplett auszutauschen. Gefordert seien zwecks größtmöglicher Flexibilität Komponenten, die man bei Bedarf auswechseln oder auch durch Produkte von Drittanbietern ersetzen könne. Software im 21. Jahrhundert müsse offen gestaltet sein und Schnittstellen zu anderen Systemen und zu Portalen bieten - ein fundamentale Veränderung gegenüber der Vergangenheit.