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SAP-Studie: IT soll für mehr Flexibilität sorgen

04.03.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Fähigkeit, sich schnell an Veränderungen anzupassen, gehört laut einer von SAP in Auftrag gegebenen Umfrage der Economist Intelligence Unit (EIU) zu den größten Management-Herausforderungen der kommende Jahre. Die Wirtschaftsforscher haben dazu zwischen November 2004 und Januar 2005 rund 4000 Führungskräfte aus den weltweit 23 stärksten Volkswirtschaften befragt. Demnach stünden künftig weniger die Produkte und Dienstleistungen im Vordergrund, als vielmehr die Fähigkeit der Unternehmen, flexibel auf Marktveränderungen zu reagieren.

Rund 33 Prozent der befragten Manager nannte den Trend zu mehr Flexibilität als größte Herausforderung. 68 Prozent reihten diesen Punkt unter ihre drei zentralen Aufgaben für die kommenden Jahre ein. Einer höheren Flexibilität bei der Umsetzung neuer Geschäftsmodelle messen etwa 54 Prozent eine größere Priorität zu als neuen Produkten und Services. Außerdem sei zu erwarten, dass Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre in Zukunft noch höhere Ansprüche an Unternehmen stellen werden.

Diese Ergebnisse der Wirtschaftsforscher fügen sich praktischerweise nahtlos in die aktuelle Strategie des Studiensponsors SAP ein. Die badischen Softwerker bewerben derzeit im Rahmen ihrer Enterprise Services Architecture (ESA) die "Business Process Platform" als neue Basis der künftigen Softwareentwicklung. Unternehmen sollen auf Grundlage einer erweiterten Version der Integrationsplattform "Netweaver" sowie einer um verschiedene Kernfunktionen erweiterten Applikationsplattform künftig schnell modulare Softwarebausteine entwickeln können, mit denen sich Prozesse im Unternehmen abbilden lassen sollen.

"Flexibilität, Offenheit, Zusammenarbeit und Schnelligkeit müssen zu einem Teil der Unternehmenskultur werden", fordert SAPs Vorstandssprecher Henning Kagermann. Seiner Einschätzung nach werden sich Unternehmen künftig noch stärker auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Dabei müssten sich die Verantwortlichen auf ein integriertes Netzwerk von Partner- und Zulieferer-Firmen verlassen können. "In so einem geschäftlichen Ökosystem aus verschiedenen Firmen muss es möglich sein, in kürzester Zeit neue Business-Modelle zu implementieren, um sich Wettbewerbsvorteile zu sichern."

IT werde in Zukunft eine noch stärkere Rolle spielen, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, bestätigt Erik Brynjolfsson, Professor für Management an der MIT Sloan School und Director des Massachussetts Institute of Technology (MIT). Der Wissenschaftler geht davon aus, dass in den nächsten fünf Jahren mehr Innovationen durch IT angestoßen würden als jemals zuvor. (ba)

Shortcuts der Studie:

- Ein Drittel der Manager nennt Anpassungsfähigkeit als wichtigste Management-Aufgabe.

- Für 18 Prozent der Befragten hat schnelle Innovation oberste Priorität.

- Zwei Drittel der Manager betrachten die Marktkonsolidierung als größtes Problem für ihr Unternehmen. Deshalb müsse man sich auf die Verbesserung der bestehenden Produkte und Services fokussieren.

- IT spielt für 80 Prozent der Befragten die zentrale Rolle, wenn es um Veränderungen im Unternehmen geht.

- 60 Prozent der Manager wollen IT nicht nur als Werkzeug für Kostensenkungen, sondern als strategisches Wettbewerbsinstrument einsetzen.